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Sommersonnenwende – Geschichte und Bedeutung

Heute, am 21. Juni, findet nach alter Tradition die Sommersonnenwende statt.

Das bedeutet, morgen ist der längste Tag und die kürzeste Nacht des Jahres. Nach astronomischer Definition steht sie für den Sommeranfang, und ist zudem der einzige Tag, an dem die Sonne innerhalb des nördlichen Polarkreises nicht untergeht. Astrologisch betrachtet wechselt in diesem Zeitraum die Sonne vom Sternzeichen Zwillinge in das Sternzeichen Krebs.

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Dieser Tag, und die damit verbundenen Feierlichkeiten, haben viele Namen:

Der wohl bekannteste Ausdruck ist der „Mittsommer„. Der Name kommt daher, dass in alten Kulturen der Zeitraum vom 1. Mai bis zum 31. Juli als Sommer betrachtet wird, und daher der 21. Juni etwa in der Mitte des Sommers liegt.

Laut dem walisischen Autor Edward Williams, bezeichneten unsere Vorfahren die Kelten die Sonnenwende als „Alban Hevin“ oder auch „Alban Heruin“, was auf walisisch soviel bedeutet wie „Licht über der Küste“. Der ebenfalls gängige AusdruckLitha“ (gesprochen „Litta“) ist eine Wortneuschöpfung des Wicca-Autors Aidan Kelly, der diese Namen in den 1970er Jahren prägte.

Alternativ wird die Sommersonnenwende auch als Johannistag  zu Ehren von Johannes dem Täufer zelebriert (eigentlich am 23. oder 24. Juni) – aus welchem Grund werde ich im folgenden erklären. Weitere, jedoch nicht so geläufige Bezeichnungen für dieses Fest sind unter anderem „Dank- und Freudenfest„, „Fest der Hexen und ihrer mystischen Rituale„, oder „Fest der Sonne, des Feuers und des Lichtes„.

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Glaubt man einigen Berichten, so zählt die Tradition der Sommersonnenwende tatsächlich wohl zu den ältesten überlieferten Feiertagen überhaupt. Bereits in der Steinzeit wurde Zeitpunkt der Sommersonnenwende bestimmt (sie dazu: 7000-4800 Jahre altes Sonnenobservatorium in Goseck, Sachsen-Anhalt). Zudem sind viele Kultstätten der Steinzeit sind nach dem Sonnenstand dieses Tages ausgerichtet, so zum Beispiel die Felsengrotte auf dem Gipfel der Externsteine, oder die „Visbeker Braut“ bei Wildeshausen (Großsteingrab bei Oldenburg/ Bremen).

Bezüge zum längsten Tag des Jahres werden auch in der berühmten Felsanlage von Stonehenge in Großbritannien vermutet, welches ca. 3100 v. Chr. errichtet wurde. Bezüge zu den längsten und kürzesten Tagen im Jahr finden sich zudem auch auf der berühmten Himmelsscheibe von Nebra, welche ca. 1600 v. Chr. zur Bronzezeit entstand.

Wie bereits erwähnt feierten unsere Vorfahren, die Kelten (bis ca. 50 v. Chr.) ihre Sommersonnenwende, vermutlich bekannt unter dem Namen Alban Hevin, als ein 12-tägiges Fest mit ekstatischem Tanz bis zum Morgengrauen. Und auch auch den Germanen waren diese Feiertage alles andere als unbekannt. Und selbst noch im Mittelalter erlangte der sogenannte „Sunnwendfeuertanz“ eine größere Bedeutung.

Zu Zeiten der fortschreitenden Christianisierung versuchte die katholische Kirche die heidnische Traditionen abzuschaffen – und auch die sogenannten Bilwis-Priester (oder auch Bilwisse) der Kelten wurden in diesem Zusammengang im Mittelalter als Hexen oder Zauberer von der Inquisition zu Tode verurteilt. An einigen Traditionen, wie zum Beispiel den Feierlichkeiten der Sommersonnenwende scheiterten diese Unternehmungen jedoch langfristig. Stattdessen etablierte die Kirche einen neuen Gedenktag für Johannes den Täufer an dieser Stelle, und datierte ihn um den 24. Juni. Beliebte Bräuche der „Heiden“ wurden teilweise übernommen, jedoch in ihrer Sinnhaftigkeit abgeändert: Das Sonnenwendfeuer stand nun für Jesus Christus. Am Abend der Johannisnacht gab es auf dem Dorfplatz oder auf Anhöhen die sogenannten Johannisfeuer mit dazugehörigem Feuerspringen .

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Übrigens: Je größer der Unterschied zwischen dem harten Winter und dem warmen Sommer, desto größere Bedeutung hatte und hat auch traditionell die Sommersonnenwendfeier. So ist der Brauch des Mittsommers in skandinavischen Ländern lebendiger geblieben als in südlicheren Gefilden. So gibt es beispielsweise in Dänemark und Norwegen an vielen Orten Fackelumzüge und üppige Mahlzeiten an diesem Tag. In Finnland zieht es Teile der Bevölkerung  in ihre Hütten aufs Land zum feiern, während in Estland und Lettland der Johannistag ein Feiertag ist, an dem sich Freunde und Familien im Garten oder im Wald treffen, Feuer entzünden und grillen. Und in Schweden ist Mittsommer neben Weihnachten sogar das wichtigste Familienfest des Jahres.

Die größte, unorganisierte Sonnenwendfeier Europas findet jedes Jahr in Stonehenge (England) statt. Die größte Feier Deutschlands ist bei den Externsteinen im Teutoburger Wald ansässig, und die südlichste bekannte Mittsommerfeierlichkeit Europas findet in der spanischen Region Alicante statt.

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Für unsere Vorfahren, die Kelten, gehörte die Sommersonnenwende zu den großen Sonnenfesten, neben der Wintersonnenwende, sowie der Frühjahrs- und der Herbst-Tagundnachtgleiche. Da die Kelten (angeblich) nie ein fest ausließen, um in erotisch-sexuelle Ekstase zu geraten, war demnach auch das Mittsommerfest – Alban Hevin – natürlich ein Fruchtbarkeitsfest.

Die Göttin der Erde war hochschwanger und barg in ihrem Schoß neues Leben. Auch wenn das Überleben sonst schwierig war, so war die ein Fest der puren Freude, und die Fülle des Lebens durfte nun einfach nur genossen werden. Dies war eine sorgenlose Zeit des Wohlstands, die Wälder trugen schon die ersten Früchte und alles stand in heller Pracht. Themen wie Familie, Heimat, Zuhause, aber auch emotionale Sicherheit waren jetzt im Mittelpunkt.

Nichts desto trotz spiegelte aber auch dieser Hochpunkt im Jahr seine Kehrtseite, denn ab morgen wurden die Tage wieder kürzer, und auch die Nächte wieder länger. Am Hochpunkt allen Seins steht ein unwideruflicher Blick auf den Weg, der da noch kommen mag – und dieser geht von ganz oben immer nur abwärts. Daher hatte auch die Sommersonnenwende für die Kelten stets einen Aspekt des Todes und der Vergänglichkeit.

(In weiteren Artikeln werde ich noch mehr Hintergrundwissen zu diesem Thema beleuchten.)

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Bildquellen:
https://cdn.pixabay.com/photo/2015/05/21/15/00/fire-777345_960_720 . jpg
https://www.heise.de/imagine/3vBbEyOMZoPWN213ZEFniUdi6cA/gallery/Sonnenaufgang-Externsteine-Panorama . jpg
http://www.tivi.de/tiviVideos/contentblob/1378580/imageFile/ 4807699
http://www.berghotel-oberhof.de/fileadmin/_processed_/csm_Sommer_Oberhof_Thueringer_Wald_02_011c66225f . jpg

 

 

 

Wildkräuterwanderungen

Der eine oder die andere haben sich sicherlich gewundert, warum es im letzten Jahr so still war auf diesem Blog. Wie bei so vielem im Leben hatte dies mehrere Gründe. Einer davon war jedoch, dass ich neben Zeit mit meiner Familie auch viel viel Energie in meinen beruflichen Werdegang investiert habe. Um so mehr freue ich mich darüber euch bekannt geben zu dürfen, dass ich gemeinsam mit Sonja von Menarva nun in regelmäßigen Abständen Wildkräuterwanderungen anbiete.

 

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Heilkräftiges Wildkraut mit köstlichem Geschmack – der Gundermann

 

Da lohnt sich ein genauerer, zweiter Blick:

Wildkräuter sind seit Jahren ein Thema, welchem ich mich intensiver widmen möchte. Seit meiner Schulzeit beschäftige ich mich mit Wildpflanzen. Damals zunächst aus der kindlichen Intention heraus wissen zu wollen was man draußen alles essen kann, für den Fall dass man sich mal verläuft, wuchs im Laufe der Jahre auch das Interesse für andere Verwendungsmöglichkeiten. Heilwirkungen von einheimischen Pflanzen interessierten mich dabei mindestens genau so, wie das regelmäßige Einbeziehen von Wildkraut in die heimische Küche. Spätestens seit meiner Rohkost-Zeit vor etwa 7 Jahren weiß ich mit Bestimmtheit  die positiven Eigenschaften von (wildem) grünen Blattgemüse auf den menschlichen Organismus für mich zu bestätigen. Im Laufe der Jahre prägte mich dabei vorallem meine Arbeit in Deutschlands erstem Rohkostcafé in Berlin, jahrelange Erfahrung aus der Arbeit in Bioläden, sowie der Besuch mehrerer Kräuterkurse und nicht zuletzt ein intensives Selbststudium der Wildkräuterkunde.

Mittlerweile sind Wildkräuter zu einem nicht mehr wegzudenkenden Teil meines Lebens geworden. Daher ist es mir eine Herzensangelegenheit geworden dieses Wissen an Interessierte Menschen weiter zu geben – Erwachsene wie Kinder. Und da Geld schon viel zu oft im Weg steht, sind alle Wildkräuterwanderungen kostenlos.

Unsere Kurse finden in Nord-Hessen, westlich von Kassel, im Landkreis Waldeck-Frankenberg statt. Die Orte variieren je nach Jahreszeit. Aktuelle Termine werde ich hier auf dem Blog, sowie bei Facebook veröffentlichen.

 

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Rotklee – wilder Genuss im Mai/ Juni

„Übersäuerung“ einfach erklärt

Das Phänomen der Übersäuerung: Kurz und verständlich erklärt

Dazu ein kurzer Exkurs in die Biologie unseres Körpers: Abgesehen von spezialisierten Aufgaben, ist die Hauptaufgabe all unserer Körperzellen die Produktion von Energie. Dies geschieht in 1.000 bis 6.000 Mitochondrien, welche sich in jeder Zelle befinden, und die die Kraftwerke des Körpers sind. Maßgebender Vorgang ist hier die Oxidation (Verbrennung) von Zuckern und Fetten mit der Hilfe von Sauerstoff. Wie bei jedem Verbrennungsprozess entstehen dabei Verbrennungsrückstände – vorallem Kohlenstoffdioxid (CO²) -, die in der alternativen Medizin auch als Schlacken bezeichnet werden.

Diese Schlacken sind sauer und erniedrigen den pH-Wert im Zellinneren. Das Zellwasser im Inneren einer Zelle ist daher immer leicht sauer. Zellen müssen aber immer und andauernd entsäuert werden, damit die Säurekonzentration im Inneren nicht zu hoch wird (Säure im Inneren des Körpers wirkt nämlich genau wie im Außen ätzend, und könnte bei zu hoher Konzentration den Zellen und Organen Schaden zufügen!). Kann die Entsäuerung bzw. Entschlackung aus irgendwelchen Gründen jedoch nicht ausreichend stattfinden, so erniedrigt sich der pH-Wert der Zellen stetig weiter. Man spricht man von einer Übersäuerung des Körpers.

Kurzform: Zellinterne Verbrennung von Zucker + Fett + Sauerstoff -> Energie entsteht -> saure Abfallstoffe (Schlacken) -> mangelnder Abtransport der Schlacken -> Übersäuerung

 

(Bildquelle: http://www.psoaktuell.com/archiv/bilder2015/uebersaeuerung15-4gr.jpg)

Atempause statt Raucherpause

Unsere schnelllebige Zeit hat unbestreitbar viele Vorteile, aber eben auch einige Nachteile. Wir verlieren immer mehr den Kontakt zu unseren Wurzeln – geistig wie körperlich – und stehen viel zu oft unter unnötigem Stress. Wir verlieren unsere Grundbedürfnisse aus den Augen und sind dadurch nicht mehr in der Lage die einfachsten und natürlichsten Dinge zu spüren und auszuüben, werden krank und unglücklich (siehe mehr unter: Sei dein eigener Selbstversorger!). Viele von uns können dem wachsenden Druck von unausgesprochenen Regeln und gesellschaftlichen Normen nicht mehr stand halten – oder wollen es einfach nicht  mehr! – und sehnen sich nach Entspannung, innerer Ruhe, oder einfach mehr Energie um den Alltag zu bewältigen.

Doch wo anfangen? Zwar bringen uns Krankheit, Leid und andere derartigen Erfahrungen immer wieder an den Punkt, dass wir inne halten und resignieren müssen. Aber selbst wenn wir erkennen was uns nicht gut tut, ist es nicht immer einfach oder angebracht diese Sache auch sofort nicht mehr zu tun. Häufig haben wir auch einfach Angst davor etwas zu beenden, weil wir nicht wissen was danach kommt. Die Beständigkeit gibt uns Halt und Sicherheit. Auch wenn die Gewissheit lautet, dass morgen alles genau so scheiße wird wie heute – ist es doch sicherer als die unbekannte Leere der Veränderung. Und es gibt eben auch einige Dinge, die uns erschöpfen und belasten, welche wir aber auch nicht aufgeben wollen (z.B. Arbeit, Kindererziehung, Partnerschaft), weil wir sie als sehr sinnvoll erachten und sie uns auf einer anderen Ebene des Lebens bereichern und erfüllen. Der Trick besteht also darin den Alltag angenehmer zu gestalten, ohne komplett daraus auszubrechen. Die Geschwindigkeit aus den bestehenden Tätigkeiten zu nehmen, aber ohne dabei an Schwung zu verlieren. Zu entschleunigen, ohne stehen zu bleiben. Wie tun wir das?

 

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Eine Methode, welche ich im Laufe der Jahre sehr zu schätzen gelernt habe, sind Atempausen. Man kann sie so ziemlich überall machen, und sie liefern praktisch immer den erwünschten Effekt – schnell und kostenlos. Einfach kurz vor die  Tür gehen und ganz bewusst langsam ein- und ausatmen. Dabei sollte man darauf achten , dass die Intervalle etwa gleich lang sind, man also nicht z.B. länger ausatmet anstatt einzuatmen. Fülle einfach alle Teile deiner Lungen mit Luft, und lasse sie danach wieder sanft entweichen. Das machst du mindestens eine Minute lang. Besser noch zwei oder drei. Das war’s schon – nicht mehr und nicht weniger.

Klingt simpel, oder? Ist es auch. Probier es doch gleich mal aus! Warte einfach kurz mit dem Weiterlesen, mach den Browser zu. Dann geh vor die Tür oder auf den Balkon oder stell dich ans offene Fenster. Wenn es bei dir kalt ist, dann bleib einfach im Raum. Setz dich mit gradem Rücken auf einen Stuhl oder stell dich hin. Mach die Augen zu. Und dann eine Minute lang: EINATMEN, AUSATMEN. Tief und lange. Und dabei konzentrierst du dich für diese Kurze Zeit mit deinen Gedanken nur auf deinen Atem, wie er dich durchströmt und dich wieder verlässt …

 

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Spüre nach wie du dich jetzt fühlst. Der Effekt ist meist sehr schnell spürbar: Mehr Energie, ein Gefühl des Wachseins, ein leichtes Kribbeln, erhöhte Konzentrationsfähigkeit. Und das bei nur 1 min konzentriertem Atmen. Wow! Ganz nebenbei unterstützt du übrigens deinen Organismus bei der Zellatmung und beim Abtransport von Schlacken über das Bindegewebe. Aber dazu an anderer Stelle mehr …

An dieser Stelle werde ich nicht über Atemtechniken oder dergleichen schreiben. Ob du in den Bauch atmest oder in die Brust ist mir an dieser Stelle erstmal egal: Hauptsache ist, dass du überhaupt atmest, und zwar so, wie es für dich am angenehmsten ist! Mache diese Atempause immer dann, wenn du dich mal wieder schlapp und ausgelaugt fühlst. Ein kurzes Innehalten vor dem Essen, ein kleiner Break im Büroalltag, oder abends im Bett ein bewusstes Herunterkommen vor dem Schlafen gehen. Investiere mindestens eine Minute täglich in deine Gesundheit.

„Inspiriert“ wurde ich übrigens von den Raucherpausen meiner damaligen Kollegen, welche bei egal welchem Wetter vor die Tür an die frische Luft gingen ( … um sich zu vergiften!). Schließlich nutzen die Raucher auch jede Gelegenheit, um sich eine anzustecken – und toleriert ist diese Angewohnheit landläufig auch. Warum also nicht einfach mal die Gunst der Stunde nutzen und die nächste Raucherpause der Kollegen nutzen, um sich mal wieder was Gutes zu tun und kräftig durchzuatmen?

 

(Bildquellen: http://www.vital.de/sites/vital/files/styles/1024×768/public/images/frau-atmen-entspannen.jpg, http://www.praxis-blumenthal.de/wp-content/uploads/2011/10/breathe.jpg, http://www.fitforfun.de/files/images/201510/1/atmen_rex,198371_m_n.jpg)

Sei dein eigener Selbstversorger!

Noch vor wenigen Jahren assoziierte ich das Wort Selbstversorgung in erster Linie mit dem Anbau von Obst und Gemüse, mit dem Wohnen im eigenen Haus auf dem Land, vielleicht auch mit dem Halten von Nutztieren – also mit einer Art Leben auf dem Bauernhof. Selbstversorger waren für mich also im Prinzip Bauern, welche simpel und einfach, meist etwas zurückgezogen lebten, und sich mit Grundbedürfnisse zum Leben wie Essen, wohnen, Kleidung, usw. selbst versorgen konnten. Klingt logisch. Das die Sparte der Selbstversorger jedoch weit größer und vielfältiger ist, und nicht nur puritanische Landwirte umfasst, sollte jeder Person klar sein, die diesen Blog ließt.

Da gibt es junge Menschen zwischen zwanzig und Mitte dreißig, welche lieber im Grünen wohnen wollen und einfach keine Lust mehr haben auf Stadtleben – jedoch nicht einsam und zurückgezogen. Stattdessen in einer Land-WG oder Gemeinschaft, mit regelmäßigem Pendeln in die Metropole, zum feiern, zum selbst versorgen durch containern, …

Da gibt es ältere Menschen, den den Luxus eines Stadtlebens vorziehen – z.B. aufgrund des kulturellen Angebots, oder weil die Familie dort wohnt – sich jedoch erfolgreich mittels Permakultur vom heimischen Balkon aus selbst versorgen

Da gibt es handwerklich begabte Menschen, welche sich ihr Häuschen in einer Kleinstadt oder einem Vorort selbst gebaut oder selbst ausgebaut haben und demnach keine Miete mehr zahlen müssen. Vielleicht gehen sie dafür im Supermarkt oder im Bioladen einkaufen, sind aber dafür anderweitig geschickt und versorgen sich selbst, indem sie Alltagsgegenstände reparieren können, die andere wegschmeißen würden, wie z.B. das Radio, die Waschmaschine, oder das Auto …

Ihr seht, alle diese Menschen sind in gewisser Weise Selbstversorger. Und sicher gibt es noch mehr Facetten dieses Begriffs. Wo also treffen sich die oben genannten Ansichten? Welche Komponente verbindet sie? Streng genommen könnte man ja sogar sagen, dass jede Person, die in der Lage ist sich selbst zu waschen, aufs Klo zu gehen, sich Essen zuzubereiten und die sozialen Kontakte zu pflegen ein Selbstversorger ist. Schließlich versorgt sich die Person selbst mit ihren Grundbedürfnissen (siehe oben Beispiel Bauer). Also sind Kinder ab einem bestimmten Alter auch Selbstversorger? Hmm … Ich stelle die Frage zur Diskussion in den Raum.

Warum ich diese kleinlichen Fragen vorn an stelle hat nur den Grund euch eines aufzuzeigen: WIR ALLE SIND SELBSTVERSORGER.

Wir alle tun es in gewisser Weise täglich, indem wir unseren Haushalt schmeißen, Arbeiten gehen, uns um unsere Kinder und Freunde kümmern. Wir alle tragen Fähigkeiten in uns, uns selbst zu versorgen, und üben diese an jedem Tag des Jahres. Und doch sind viele von uns Menschen mittlerweile an einem Punkt angelangt, wo sie zwar unglaublich komplexe Maschinen bauen können – und doch verlernt haben wie man sich sein eigenes Gemüse per Hand anbaut. Wir haben gelernt Computer zu programmieren und so mit Menschen am anderen Ende der Welt zu kommunizieren, aber wir wissen nicht mal was für Menschen in der selben Straße wohnen. Wir haben entdeckt wie man in Windeseile mit der Rakete zum Mond und mit dem Flugzeug zum anderen Ende der Welt fliegen kann – aber haben vergessen, dass der längste Weg* nur durch Ruhe und Zeit bewältigt werden kann (*der Weg vom Kopf zum Herzen). Wir können alles, und doch nichts. Wir sind alle Selbstversorger, und doch vermögen sich nur die wenigsten wirklich selbst zu versorgen. Und zwar weil viele von uns bei ihren Höhenflügen den Boden unter den Füßen verloren haben …

Selbstversorger sein heißt in erster Linie zu LERNEN sich selbst mit allen Notwendigkeiten selbst zu versorgen, welche es bedarf, um ein glückliches Leben zu führen. Und dazu zählt nicht primär Nahrungsmittel anzubauen oder Geld zu verdienen – sondern viel mehr um das, was man mit der Nahrung oder dem Geld machen würde: sich Zeit für sich und seine Liebsten nehmen; das tun, was man gern tut;  entspannen und es sich gut gehen lassen. Nahrung ist nicht nur Essen und Trinken, sondern auch die Liebe eines Menschen, wärmendes Sonnenlicht, lang genug schlafen, Zeit nehmen durchzuatmen … All das kann Nahrung sein, und gibt uns Energie – versorgt uns. Sich präventiv um seine Gesundheit zu kümmern heißt sich selbst zu versorgen. Seine sozialen Kontakte zu pflegen (Freunde, Familie, Bekannte, sogar Fremde), heißt sich selbst zu versorgen. Sein Heim zu putzen, sein Mittagessen selbst zuzubereiten, meditieren, joggen gehen, auf seine innere Stimme hören, … all das heißt es sich selbst zu versorgen. Nur vergessen wir genau diese einfachen Dinge viel zu oft in unserem Alltag – welcher eigentlich genau aus diesen Dingen bestehen sollte. Stattdessen sind wir oft so sehr um das vermeintliche Wohl der anderen besorgt, dass wir dabei nicht bedenken, dass wir anderen am besten dann helfen können, wenn es uns selbst am besten geht.

Indem wir lernen hoch wie ein Baum in den Himmel zu wachsen, und doch nicht die Verbindung zu unseren Wurzeln zu verlieren, verstehen wir was es wirklich heißt uns selbst zu versorgen. Hier eine schöne Meditiation zur Erdung, welche euch jeden Tag wieder helfen kann auf den Boden zu kommen, und das Wesentliche nicht aus den Augen zu verlieren. Lasst uns alle Lernen uns mit genau dem selbst zu versorgen, was wir wirklich brauchen.

 

(Bildquelle: http://c.gartencenter.de/fa/_processed_/csm_Selbstversorger_Garten_atmo_8c60b5930d.jpg)

 

 

Innere Zufriedenheit x 7

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Wenn ich an innere Zufreidenheit denke, sehe ich ein leuchtendes, warmes, weiches Licht im inneren meiner Brust. Mein Gesicht ist fast ganz locker, nur ein leichtes Lächeln liegt darauf. Meine Füße fühlen sich eins mit dem Boden darunter und hängen sie in der Luft, spüre ich dennoch ein Kribbeln. Ich fühle mich geerdet. Sicher und ohne Angst.

Ich spüre nicht immer – nicht permanent diese innere Zufriedenheit. Aber ich habe herausgefunden, wie ich mir dabei helfen kann, sie öfter zu empfinden:

Verbindung mit der Natur

Ganz klar spüre ich eine Veränderung, wenn ich eine Weile nicht in der Natur war, oder eben wenn ich mich lange Zeit in der Natur aufgehalten habe. In der Natur sein bedeutet für mich, Bäume und Sträucher um mich zu haben. Die Erde ist frei, statt gepflastert. Die Luft ist frisch…All das sehe und rieche ich nicht nur, sondern berühre es! Laufe einmal Barfuß über…

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Krankenhaus Checkliste für werdende Papas

Richtig gelesen: Nicht nur die angehende Mama sollte ihre Krankenhaustasche packen, sondern auch der werdende Papa!

 

Warum ist schnell erklärt: Oftmals dauert es vom ersten auftreten der Wehen bis zur eigentlichen Geburt doch gut und gern mehrere Stunden – manchmal sogar einen Tag oder länger. Diese Zeit kann sich gefühlt sehr hinziehen … Und zudem befindet man sich auch die ganze Dauer in einer meist unbekannten Umgebung, vielleicht muss man sich die Zeit sogar auf dem Krankenhausflur vertreiben. Da ist es tröstlich ein paar „Utensilien“ dabei zu haben, welche einem das Warten auf den Nachwuchs verkürzen.

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Überdies ist es einfach praktisch ein paar persönliche Dinge dabei zu haben, wenn man beabsichtigt als Papa die Tage nach der Geburt im Familienzimmer mit Mama und Baby zu verbringen. Ich selbst bin einige solcher Listenvorschläge von anderen Vätern durchgegangen und bin mittlerweile der Ansicht, dass viele von ihnen unnützes Zeug eingepackt haben. Die von mir vorgeschlagene Essenz habe sie bei der Geburt meiner Zwillinge selbst erprobt – und sie passt (je nach Größe der Kamera) in einen kleinen Stoffbeutel.

Krankenhauspackliste für werdende Papas:

  • Zahnbürste + Zahnpaste (Rezept hier)
  • eigene Seife
  • Fotoapparat / Kamera + Ersatzakku
  • Mobiltelefon + Ladekabel
  • Kleingeld (für den Kaffee- oder Snackautomaten)
  • Wechselkleidung (T-Shirt, bequeme Hose)
  • Snacks (Kekse, Obst, belegtes Brot, …)
  • Wehenpäckchen

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Mehr ist es nicht. Plant ihr außerhalb eures Wohnortes zu entbinden, dann solltet ihr zusätzlich eure Ausweisdokumente und etwas mehr Bargeld für’s ansässige Standesamt mitnehmen (Geburtsurkunde). Auf meiner Liste stand überdies noch ein Buch, aber im Endeffekt hatte ich gar nicht den Nerv zum lesen, als  unsere Babys unterwegs waren. Wer starken Bartwuchs hat, nimmt halt noch einen Rasierer mit. Und wer Medikamente nehmen muss, packt diese ein. Aber ich glaube das versteht sich von selbst. Alles weitere halte ich für unnötig, denn vieles bekommt man sowieso dort vor Ort (z.B. Handtücher, Bettwäsche) oder wird man sowieso nicht benutzen. Zumal ihr nach der Geburt eures Kindes sowieso nur noch Augen für dieses kleine, bezaubernde Wesen haben werdet. Ich garantiere es euch 😉

 

(Bildquellen: http://babyzauber.com, https://www.netpapa.de)

Gründonnerstagssuppe – Die wilde Kraft des Frühlings

Warum eigentlich Gründonnerstag?

Heute, am 24.03.2016 ist Gründonnerstag – der Donnerstag vor Ostern, der Tag vor Karfreitag. Der Name „Gründonnerstag“ hat vordergründig etmythologisch nichts mit der Farbe „Grün“ zu tun. Vielmehr geht er auf das mittelhochdeutsche „gronan“ (= weinen/ greinen) zurück. An diesem Tag wurden angeblich früher Sünder, die wegen eines schweren Vergehens öffentlich Buße geleistet hatten, und welche als „Weinende“ bezeichnet wurden, wieder in die gottesdienstliche Gemeinschaft aufgenommen. Traditionell wird zudem am Gründonnerstag die Gründonnerstagssuppe zubereitet und verzehrt. Doch dieser Brauch ist sogar noch etwas älter …

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Bereits bei den Kelten und Germanen …

… gab es eine Suppe aus neun Kräutern, bekannt auch als die sogenannte Neunkräutersuppe. Die ersten Kräuter im Frühjahr sollten dem Körper nach der langen Winterzeit Gesundheit verleihen. Tatsächlich hat die Kräutersuppe mit ihren Inhaltsstoffen eine entschlackende und immunstärkende Wirkung.

(Im Mittelalter übernahmen die Christen diesen Brauch, allerdings mit einem anderen Hintergrund: So soll die leicht bitter schmeckende Suppe während der Karwoche an das Leiden Christi erinnern.)

 

 

Von der Neunkräutersuppe zur Gründonnerstagsuppe

Bereits lange vor Jesus Christus begrüßten die Menschen also den Frühling mit ganz bestimmten Ritualen, Tänzen oder Speisen. Vor allem um die Zeit zwischen dem 20. bis 23. März zur Frühjahrstag- und Nachtgleiche feierten sie den Beginn des Frühlings. Dabei entzündeten die Kelten und Germanen die Frühlingsfeuer (heute Osterfeuer), verehrten die Erdgöttin «Ostara» oder «Freya» und bereiteten die Neun-Kräuter-Suppe zu. Nach der Christianisierung wurde daraus die Gründonnerstagssuppe.

 

Schon immer glaubte man, dass Heilpflanzen und Kräuter von verschiedenen Gottheiten gesät seien und daher himmlische Kräfte in sich bargen. So ist es nicht verwunderlich, dass man die Götter anrief, um sich der Wirkung der Pflanzen zu versichern. Während der Frühjahrs-Tag-und-Nacht-Gleiche wurde das «Licht der Erde» zu Ehren der Göttin «Ostara» gefeiert und unsere Vorfahren suchten Frühlingskräuter, neun an der Zahl, um daraus eine Suppe zuzubereiten, die die Frühjahrsmüdigkeit vertrieb. Neun Kräuter mussten es sein, galt doch die «Neun» als heilige, magische Zahl. Ostara, deren Existenz allerdings nicht völlig gesichert ist, war die germanische Göttin der Fruchtbarkeit und Morgenröte, die Angelsachsen hingegen nannten sie «Eostre». Das Christentum übernahm diesen heidnischen Brauch. Der Begriff «Ostara« schlug sich so wahrscheinlich im Wort Ostern nieder. Die Kräuter dieses Festes waren vor allem Brennnessel, Giersch, Vogelmiere, Gänseblümchen, Löwenzahn, Wegerich, Gundermann, Bärlauch und Taubnessel.

Wegen des unterschiedlichen regionalen Vorkommens der Pflanzen landeten auch andere grüne Kräuter wie beispielsweise Scharbockskraut, Kresse, Schafgarbe oder Sauerampfer im Suppentopf. In vielen Gebieten des deutschsprachigen Raumes wird die alte Tradition der Zubereitung dieser Neun-Kräuter-Suppe oder Gründonnerstagssuppe bis in die heutige Zeit gepflegt.

 

Rezeptvorschlag

Heute haben wir auch eine Gründonnerstagssuppe zubereitet, vegan. Unser Rezept ist das folgende. Als unsere heiligen Neun Kräuter (und weitere Zutaten) wählten wir:

  • Löwenzahn
  • Vogelmiere
  • Brunnenkresse
  • Giersch
  • Taubnessel
  • Bärlauch
  • Brennnessel
  • Knoblauchsrauke
  • Scharbockskraut
  • Wasser
  • Kartoffeln
  • Zwiebel
  • Öl
  • Salz
  • Gemüsebrühe
  • Pfeffer

 

Zubereitung:

  1. Zuerst die Kartoffeln waschen, kleinschneiden und kochen
  2. Derweil Zwiebel schälen, würfeln und in Öl anbraten
  3. Wildkräuter in den Mixer und mit Wasser vermixen (oder einfach hobeln)
  4. Wenn die Kartoffeln gar sind, dann Herd ausstellen und alles vermengen
  5. Bei Bedarf alles mit dem Pürrierstab cremig machen
  6. Mit Salz, etwas Pfeffer und Gebrüsemühe abschmecken

Tipp: Die Kräuter sollten erst zum Schluss hinzu gegeben werden, wenn die Suppe fertig ist und nicht mehr kocht. Sonst verlieren sie zu viele Nährstoffe.

 

 

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(Textquellen: http://www.forum-naturheilkunde.de, http://www.wildfind.com)

 

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