Warum eigentlich Gründonnerstag?

Heute, am 24.03.2016 ist Gründonnerstag – der Donnerstag vor Ostern, der Tag vor Karfreitag. Der Name „Gründonnerstag“ hat vordergründig etmythologisch nichts mit der Farbe „Grün“ zu tun. Vielmehr geht er auf das mittelhochdeutsche „gronan“ (= weinen/ greinen) zurück. An diesem Tag wurden angeblich früher Sünder, die wegen eines schweren Vergehens öffentlich Buße geleistet hatten, und welche als „Weinende“ bezeichnet wurden, wieder in die gottesdienstliche Gemeinschaft aufgenommen. Traditionell wird zudem am Gründonnerstag die Gründonnerstagssuppe zubereitet und verzehrt. Doch dieser Brauch ist sogar noch etwas älter …

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Bereits bei den Kelten und Germanen …

… gab es eine Suppe aus neun Kräutern, bekannt auch als die sogenannte Neunkräutersuppe. Die ersten Kräuter im Frühjahr sollten dem Körper nach der langen Winterzeit Gesundheit verleihen. Tatsächlich hat die Kräutersuppe mit ihren Inhaltsstoffen eine entschlackende und immunstärkende Wirkung.

(Im Mittelalter übernahmen die Christen diesen Brauch, allerdings mit einem anderen Hintergrund: So soll die leicht bitter schmeckende Suppe während der Karwoche an das Leiden Christi erinnern.)

 

 

Von der Neunkräutersuppe zur Gründonnerstagsuppe

Bereits lange vor Jesus Christus begrüßten die Menschen also den Frühling mit ganz bestimmten Ritualen, Tänzen oder Speisen. Vor allem um die Zeit zwischen dem 20. bis 23. März zur Frühjahrstag- und Nachtgleiche feierten sie den Beginn des Frühlings. Dabei entzündeten die Kelten und Germanen die Frühlingsfeuer (heute Osterfeuer), verehrten die Erdgöttin «Ostara» oder «Freya» und bereiteten die Neun-Kräuter-Suppe zu. Nach der Christianisierung wurde daraus die Gründonnerstagssuppe.

 

Schon immer glaubte man, dass Heilpflanzen und Kräuter von verschiedenen Gottheiten gesät seien und daher himmlische Kräfte in sich bargen. So ist es nicht verwunderlich, dass man die Götter anrief, um sich der Wirkung der Pflanzen zu versichern. Während der Frühjahrs-Tag-und-Nacht-Gleiche wurde das «Licht der Erde» zu Ehren der Göttin «Ostara» gefeiert und unsere Vorfahren suchten Frühlingskräuter, neun an der Zahl, um daraus eine Suppe zuzubereiten, die die Frühjahrsmüdigkeit vertrieb. Neun Kräuter mussten es sein, galt doch die «Neun» als heilige, magische Zahl. Ostara, deren Existenz allerdings nicht völlig gesichert ist, war die germanische Göttin der Fruchtbarkeit und Morgenröte, die Angelsachsen hingegen nannten sie «Eostre». Das Christentum übernahm diesen heidnischen Brauch. Der Begriff «Ostara« schlug sich so wahrscheinlich im Wort Ostern nieder. Die Kräuter dieses Festes waren vor allem Brennnessel, Giersch, Vogelmiere, Gänseblümchen, Löwenzahn, Wegerich, Gundermann, Bärlauch und Taubnessel.

Wegen des unterschiedlichen regionalen Vorkommens der Pflanzen landeten auch andere grüne Kräuter wie beispielsweise Scharbockskraut, Kresse, Schafgarbe oder Sauerampfer im Suppentopf. In vielen Gebieten des deutschsprachigen Raumes wird die alte Tradition der Zubereitung dieser Neun-Kräuter-Suppe oder Gründonnerstagssuppe bis in die heutige Zeit gepflegt.

 

Rezeptvorschlag

Heute haben wir auch eine Gründonnerstagssuppe zubereitet, vegan. Unser Rezept ist das folgende. Als unsere heiligen Neun Kräuter (und weitere Zutaten) wählten wir:

  • Löwenzahn
  • Vogelmiere
  • Brunnenkresse
  • Giersch
  • Taubnessel
  • Bärlauch
  • Brennnessel
  • Knoblauchsrauke
  • Scharbockskraut
  • Wasser
  • Kartoffeln
  • Zwiebel
  • Öl
  • Salz
  • Gemüsebrühe
  • Pfeffer

 

Zubereitung:

  1. Zuerst die Kartoffeln waschen, kleinschneiden und kochen
  2. Derweil Zwiebel schälen, würfeln und in Öl anbraten
  3. Wildkräuter in den Mixer und mit Wasser vermixen (oder einfach hobeln)
  4. Wenn die Kartoffeln gar sind, dann Herd ausstellen und alles vermengen
  5. Bei Bedarf alles mit dem Pürrierstab cremig machen
  6. Mit Salz, etwas Pfeffer und Gebrüsemühe abschmecken

Tipp: Die Kräuter sollten erst zum Schluss hinzu gegeben werden, wenn die Suppe fertig ist und nicht mehr kocht. Sonst verlieren sie zu viele Nährstoffe.

 

 

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(Textquellen: http://www.forum-naturheilkunde.de, http://www.wildfind.com)

 

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