Heute, am 21. Juni, findet nach alter Tradition die Sommersonnenwende statt.

Das bedeutet, morgen ist der längste Tag und die kürzeste Nacht des Jahres. Nach astronomischer Definition steht sie für den Sommeranfang, und ist zudem der einzige Tag, an dem die Sonne innerhalb des nördlichen Polarkreises nicht untergeht. Astrologisch betrachtet wechselt in diesem Zeitraum die Sonne vom Sternzeichen Zwillinge in das Sternzeichen Krebs.

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Dieser Tag, und die damit verbundenen Feierlichkeiten, haben viele Namen:

Der wohl bekannteste Ausdruck ist der „Mittsommer„. Der Name kommt daher, dass in alten Kulturen der Zeitraum vom 1. Mai bis zum 31. Juli als Sommer betrachtet wird, und daher der 21. Juni etwa in der Mitte des Sommers liegt.

Laut dem walisischen Autor Edward Williams, bezeichneten unsere Vorfahren die Kelten die Sonnenwende als „Alban Hevin“ oder auch „Alban Heruin“, was auf walisisch soviel bedeutet wie „Licht über der Küste“. Der ebenfalls gängige AusdruckLitha“ (gesprochen „Litta“) ist eine Wortneuschöpfung des Wicca-Autors Aidan Kelly, der diese Namen in den 1970er Jahren prägte.

Alternativ wird die Sommersonnenwende auch als Johannistag  zu Ehren von Johannes dem Täufer zelebriert (eigentlich am 23. oder 24. Juni) – aus welchem Grund werde ich im folgenden erklären. Weitere, jedoch nicht so geläufige Bezeichnungen für dieses Fest sind unter anderem „Dank- und Freudenfest„, „Fest der Hexen und ihrer mystischen Rituale„, oder „Fest der Sonne, des Feuers und des Lichtes„.

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Glaubt man einigen Berichten, so zählt die Tradition der Sommersonnenwende tatsächlich wohl zu den ältesten überlieferten Feiertagen überhaupt. Bereits in der Steinzeit wurde Zeitpunkt der Sommersonnenwende bestimmt (sie dazu: 7000-4800 Jahre altes Sonnenobservatorium in Goseck, Sachsen-Anhalt). Zudem sind viele Kultstätten der Steinzeit sind nach dem Sonnenstand dieses Tages ausgerichtet, so zum Beispiel die Felsengrotte auf dem Gipfel der Externsteine, oder die „Visbeker Braut“ bei Wildeshausen (Großsteingrab bei Oldenburg/ Bremen).

Bezüge zum längsten Tag des Jahres werden auch in der berühmten Felsanlage von Stonehenge in Großbritannien vermutet, welches ca. 3100 v. Chr. errichtet wurde. Bezüge zu den längsten und kürzesten Tagen im Jahr finden sich zudem auch auf der berühmten Himmelsscheibe von Nebra, welche ca. 1600 v. Chr. zur Bronzezeit entstand.

Wie bereits erwähnt feierten unsere Vorfahren, die Kelten (bis ca. 50 v. Chr.) ihre Sommersonnenwende, vermutlich bekannt unter dem Namen Alban Hevin, als ein 12-tägiges Fest mit ekstatischem Tanz bis zum Morgengrauen. Und auch auch den Germanen waren diese Feiertage alles andere als unbekannt. Und selbst noch im Mittelalter erlangte der sogenannte „Sunnwendfeuertanz“ eine größere Bedeutung.

Zu Zeiten der fortschreitenden Christianisierung versuchte die katholische Kirche die heidnische Traditionen abzuschaffen – und auch die sogenannten Bilwis-Priester (oder auch Bilwisse) der Kelten wurden in diesem Zusammengang im Mittelalter als Hexen oder Zauberer von der Inquisition zu Tode verurteilt. An einigen Traditionen, wie zum Beispiel den Feierlichkeiten der Sommersonnenwende scheiterten diese Unternehmungen jedoch langfristig. Stattdessen etablierte die Kirche einen neuen Gedenktag für Johannes den Täufer an dieser Stelle, und datierte ihn um den 24. Juni. Beliebte Bräuche der „Heiden“ wurden teilweise übernommen, jedoch in ihrer Sinnhaftigkeit abgeändert: Das Sonnenwendfeuer stand nun für Jesus Christus. Am Abend der Johannisnacht gab es auf dem Dorfplatz oder auf Anhöhen die sogenannten Johannisfeuer mit dazugehörigem Feuerspringen .

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Übrigens: Je größer der Unterschied zwischen dem harten Winter und dem warmen Sommer, desto größere Bedeutung hatte und hat auch traditionell die Sommersonnenwendfeier. So ist der Brauch des Mittsommers in skandinavischen Ländern lebendiger geblieben als in südlicheren Gefilden. So gibt es beispielsweise in Dänemark und Norwegen an vielen Orten Fackelumzüge und üppige Mahlzeiten an diesem Tag. In Finnland zieht es Teile der Bevölkerung  in ihre Hütten aufs Land zum feiern, während in Estland und Lettland der Johannistag ein Feiertag ist, an dem sich Freunde und Familien im Garten oder im Wald treffen, Feuer entzünden und grillen. Und in Schweden ist Mittsommer neben Weihnachten sogar das wichtigste Familienfest des Jahres.

Die größte, unorganisierte Sonnenwendfeier Europas findet jedes Jahr in Stonehenge (England) statt. Die größte Feier Deutschlands ist bei den Externsteinen im Teutoburger Wald ansässig, und die südlichste bekannte Mittsommerfeierlichkeit Europas findet in der spanischen Region Alicante statt.

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Für unsere Vorfahren, die Kelten, gehörte die Sommersonnenwende zu den großen Sonnenfesten, neben der Wintersonnenwende, sowie der Frühjahrs- und der Herbst-Tagundnachtgleiche. Da die Kelten (angeblich) nie ein fest ausließen, um in erotisch-sexuelle Ekstase zu geraten, war demnach auch das Mittsommerfest – Alban Hevin – natürlich ein Fruchtbarkeitsfest.

Die Göttin der Erde war hochschwanger und barg in ihrem Schoß neues Leben. Auch wenn das Überleben sonst schwierig war, so war die ein Fest der puren Freude, und die Fülle des Lebens durfte nun einfach nur genossen werden. Dies war eine sorgenlose Zeit des Wohlstands, die Wälder trugen schon die ersten Früchte und alles stand in heller Pracht. Themen wie Familie, Heimat, Zuhause, aber auch emotionale Sicherheit waren jetzt im Mittelpunkt.

Nichts desto trotz spiegelte aber auch dieser Hochpunkt im Jahr seine Kehrtseite, denn ab morgen wurden die Tage wieder kürzer, und auch die Nächte wieder länger. Am Hochpunkt allen Seins steht ein unwideruflicher Blick auf den Weg, der da noch kommen mag – und dieser geht von ganz oben immer nur abwärts. Daher hatte auch die Sommersonnenwende für die Kelten stets einen Aspekt des Todes und der Vergänglichkeit.

(In weiteren Artikeln werde ich noch mehr Hintergrundwissen zu diesem Thema beleuchten.)

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Bildquellen:
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https://www.heise.de/imagine/3vBbEyOMZoPWN213ZEFniUdi6cA/gallery/Sonnenaufgang-Externsteine-Panorama . jpg
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