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Ernährung

Wildkräuterwanderungen

Der eine oder die andere haben sich sicherlich gewundert, warum es im letzten Jahr so still war auf diesem Blog. Wie bei so vielem im Leben hatte dies mehrere Gründe. Einer davon war jedoch, dass ich neben Zeit mit meiner Familie auch viel viel Energie in meinen beruflichen Werdegang investiert habe. Um so mehr freue ich mich darüber euch bekannt geben zu dürfen, dass ich gemeinsam mit Sonja von Menarva nun in regelmäßigen Abständen Wildkräuterwanderungen anbiete.

 

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Heilkräftiges Wildkraut mit köstlichem Geschmack – der Gundermann

 

Da lohnt sich ein genauerer, zweiter Blick:

Wildkräuter sind seit Jahren ein Thema, welchem ich mich intensiver widmen möchte. Seit meiner Schulzeit beschäftige ich mich mit Wildpflanzen. Damals zunächst aus der kindlichen Intention heraus wissen zu wollen was man draußen alles essen kann, für den Fall dass man sich mal verläuft, wuchs im Laufe der Jahre auch das Interesse für andere Verwendungsmöglichkeiten. Heilwirkungen von einheimischen Pflanzen interessierten mich dabei mindestens genau so, wie das regelmäßige Einbeziehen von Wildkraut in die heimische Küche. Spätestens seit meiner Rohkost-Zeit vor etwa 7 Jahren weiß ich mit Bestimmtheit  die positiven Eigenschaften von (wildem) grünen Blattgemüse auf den menschlichen Organismus für mich zu bestätigen. Im Laufe der Jahre prägte mich dabei vorallem meine Arbeit in Deutschlands erstem Rohkostcafé in Berlin, jahrelange Erfahrung aus der Arbeit in Bioläden, sowie der Besuch mehrerer Kräuterkurse und nicht zuletzt ein intensives Selbststudium der Wildkräuterkunde.

Mittlerweile sind Wildkräuter zu einem nicht mehr wegzudenkenden Teil meines Lebens geworden. Daher ist es mir eine Herzensangelegenheit geworden dieses Wissen an Interessierte Menschen weiter zu geben – Erwachsene wie Kinder. Und da Geld schon viel zu oft im Weg steht, sind alle Wildkräuterwanderungen kostenlos.

Unsere Kurse finden in Nord-Hessen, westlich von Kassel, im Landkreis Waldeck-Frankenberg statt. Die Orte variieren je nach Jahreszeit. Aktuelle Termine werde ich hier auf dem Blog, sowie bei Facebook veröffentlichen.

 

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Rotklee – wilder Genuss im Mai/ Juni
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„Übersäuerung“ einfach erklärt

Das Phänomen der Übersäuerung: Kurz und verständlich erklärt

Dazu ein kurzer Exkurs in die Biologie unseres Körpers: Abgesehen von spezialisierten Aufgaben, ist die Hauptaufgabe all unserer Körperzellen die Produktion von Energie. Dies geschieht in 1.000 bis 6.000 Mitochondrien, welche sich in jeder Zelle befinden, und die die Kraftwerke des Körpers sind. Maßgebender Vorgang ist hier die Oxidation (Verbrennung) von Zuckern und Fetten mit der Hilfe von Sauerstoff. Wie bei jedem Verbrennungsprozess entstehen dabei Verbrennungsrückstände – vorallem Kohlenstoffdioxid (CO²) -, die in der alternativen Medizin auch als Schlacken bezeichnet werden.

Diese Schlacken sind sauer und erniedrigen den pH-Wert im Zellinneren. Das Zellwasser im Inneren einer Zelle ist daher immer leicht sauer. Zellen müssen aber immer und andauernd entsäuert werden, damit die Säurekonzentration im Inneren nicht zu hoch wird (Säure im Inneren des Körpers wirkt nämlich genau wie im Außen ätzend, und könnte bei zu hoher Konzentration den Zellen und Organen Schaden zufügen!). Kann die Entsäuerung bzw. Entschlackung aus irgendwelchen Gründen jedoch nicht ausreichend stattfinden, so erniedrigt sich der pH-Wert der Zellen stetig weiter. Man spricht man von einer Übersäuerung des Körpers.

Kurzform: Zellinterne Verbrennung von Zucker + Fett + Sauerstoff -> Energie entsteht -> saure Abfallstoffe (Schlacken) -> mangelnder Abtransport der Schlacken -> Übersäuerung

 

(Bildquelle: http://www.psoaktuell.com/archiv/bilder2015/uebersaeuerung15-4gr.jpg)

Sei dein eigener Selbstversorger!

Noch vor wenigen Jahren assoziierte ich das Wort Selbstversorgung in erster Linie mit dem Anbau von Obst und Gemüse, mit dem Wohnen im eigenen Haus auf dem Land, vielleicht auch mit dem Halten von Nutztieren – also mit einer Art Leben auf dem Bauernhof. Selbstversorger waren für mich also im Prinzip Bauern, welche simpel und einfach, meist etwas zurückgezogen lebten, und sich mit Grundbedürfnisse zum Leben wie Essen, wohnen, Kleidung, usw. selbst versorgen konnten. Klingt logisch. Das die Sparte der Selbstversorger jedoch weit größer und vielfältiger ist, und nicht nur puritanische Landwirte umfasst, sollte jeder Person klar sein, die diesen Blog ließt.

Da gibt es junge Menschen zwischen zwanzig und Mitte dreißig, welche lieber im Grünen wohnen wollen und einfach keine Lust mehr haben auf Stadtleben – jedoch nicht einsam und zurückgezogen. Stattdessen in einer Land-WG oder Gemeinschaft, mit regelmäßigem Pendeln in die Metropole, zum feiern, zum selbst versorgen durch containern, …

Da gibt es ältere Menschen, den den Luxus eines Stadtlebens vorziehen – z.B. aufgrund des kulturellen Angebots, oder weil die Familie dort wohnt – sich jedoch erfolgreich mittels Permakultur vom heimischen Balkon aus selbst versorgen

Da gibt es handwerklich begabte Menschen, welche sich ihr Häuschen in einer Kleinstadt oder einem Vorort selbst gebaut oder selbst ausgebaut haben und demnach keine Miete mehr zahlen müssen. Vielleicht gehen sie dafür im Supermarkt oder im Bioladen einkaufen, sind aber dafür anderweitig geschickt und versorgen sich selbst, indem sie Alltagsgegenstände reparieren können, die andere wegschmeißen würden, wie z.B. das Radio, die Waschmaschine, oder das Auto …

Ihr seht, alle diese Menschen sind in gewisser Weise Selbstversorger. Und sicher gibt es noch mehr Facetten dieses Begriffs. Wo also treffen sich die oben genannten Ansichten? Welche Komponente verbindet sie? Streng genommen könnte man ja sogar sagen, dass jede Person, die in der Lage ist sich selbst zu waschen, aufs Klo zu gehen, sich Essen zuzubereiten und die sozialen Kontakte zu pflegen ein Selbstversorger ist. Schließlich versorgt sich die Person selbst mit ihren Grundbedürfnissen (siehe oben Beispiel Bauer). Also sind Kinder ab einem bestimmten Alter auch Selbstversorger? Hmm … Ich stelle die Frage zur Diskussion in den Raum.

Warum ich diese kleinlichen Fragen vorn an stelle hat nur den Grund euch eines aufzuzeigen: WIR ALLE SIND SELBSTVERSORGER.

Wir alle tun es in gewisser Weise täglich, indem wir unseren Haushalt schmeißen, Arbeiten gehen, uns um unsere Kinder und Freunde kümmern. Wir alle tragen Fähigkeiten in uns, uns selbst zu versorgen, und üben diese an jedem Tag des Jahres. Und doch sind viele von uns Menschen mittlerweile an einem Punkt angelangt, wo sie zwar unglaublich komplexe Maschinen bauen können – und doch verlernt haben wie man sich sein eigenes Gemüse per Hand anbaut. Wir haben gelernt Computer zu programmieren und so mit Menschen am anderen Ende der Welt zu kommunizieren, aber wir wissen nicht mal was für Menschen in der selben Straße wohnen. Wir haben entdeckt wie man in Windeseile mit der Rakete zum Mond und mit dem Flugzeug zum anderen Ende der Welt fliegen kann – aber haben vergessen, dass der längste Weg* nur durch Ruhe und Zeit bewältigt werden kann (*der Weg vom Kopf zum Herzen). Wir können alles, und doch nichts. Wir sind alle Selbstversorger, und doch vermögen sich nur die wenigsten wirklich selbst zu versorgen. Und zwar weil viele von uns bei ihren Höhenflügen den Boden unter den Füßen verloren haben …

Selbstversorger sein heißt in erster Linie zu LERNEN sich selbst mit allen Notwendigkeiten selbst zu versorgen, welche es bedarf, um ein glückliches Leben zu führen. Und dazu zählt nicht primär Nahrungsmittel anzubauen oder Geld zu verdienen – sondern viel mehr um das, was man mit der Nahrung oder dem Geld machen würde: sich Zeit für sich und seine Liebsten nehmen; das tun, was man gern tut;  entspannen und es sich gut gehen lassen. Nahrung ist nicht nur Essen und Trinken, sondern auch die Liebe eines Menschen, wärmendes Sonnenlicht, lang genug schlafen, Zeit nehmen durchzuatmen … All das kann Nahrung sein, und gibt uns Energie – versorgt uns. Sich präventiv um seine Gesundheit zu kümmern heißt sich selbst zu versorgen. Seine sozialen Kontakte zu pflegen (Freunde, Familie, Bekannte, sogar Fremde), heißt sich selbst zu versorgen. Sein Heim zu putzen, sein Mittagessen selbst zuzubereiten, meditieren, joggen gehen, auf seine innere Stimme hören, … all das heißt es sich selbst zu versorgen. Nur vergessen wir genau diese einfachen Dinge viel zu oft in unserem Alltag – welcher eigentlich genau aus diesen Dingen bestehen sollte. Stattdessen sind wir oft so sehr um das vermeintliche Wohl der anderen besorgt, dass wir dabei nicht bedenken, dass wir anderen am besten dann helfen können, wenn es uns selbst am besten geht.

Indem wir lernen hoch wie ein Baum in den Himmel zu wachsen, und doch nicht die Verbindung zu unseren Wurzeln zu verlieren, verstehen wir was es wirklich heißt uns selbst zu versorgen. Hier eine schöne Meditiation zur Erdung, welche euch jeden Tag wieder helfen kann auf den Boden zu kommen, und das Wesentliche nicht aus den Augen zu verlieren. Lasst uns alle Lernen uns mit genau dem selbst zu versorgen, was wir wirklich brauchen.

 

(Bildquelle: http://c.gartencenter.de/fa/_processed_/csm_Selbstversorger_Garten_atmo_8c60b5930d.jpg)

 

 

Gründonnerstagssuppe – Die wilde Kraft des Frühlings

Warum eigentlich Gründonnerstag?

Heute, am 24.03.2016 ist Gründonnerstag – der Donnerstag vor Ostern, der Tag vor Karfreitag. Der Name „Gründonnerstag“ hat vordergründig etmythologisch nichts mit der Farbe „Grün“ zu tun. Vielmehr geht er auf das mittelhochdeutsche „gronan“ (= weinen/ greinen) zurück. An diesem Tag wurden angeblich früher Sünder, die wegen eines schweren Vergehens öffentlich Buße geleistet hatten, und welche als „Weinende“ bezeichnet wurden, wieder in die gottesdienstliche Gemeinschaft aufgenommen. Traditionell wird zudem am Gründonnerstag die Gründonnerstagssuppe zubereitet und verzehrt. Doch dieser Brauch ist sogar noch etwas älter …

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Bereits bei den Kelten und Germanen …

… gab es eine Suppe aus neun Kräutern, bekannt auch als die sogenannte Neunkräutersuppe. Die ersten Kräuter im Frühjahr sollten dem Körper nach der langen Winterzeit Gesundheit verleihen. Tatsächlich hat die Kräutersuppe mit ihren Inhaltsstoffen eine entschlackende und immunstärkende Wirkung.

(Im Mittelalter übernahmen die Christen diesen Brauch, allerdings mit einem anderen Hintergrund: So soll die leicht bitter schmeckende Suppe während der Karwoche an das Leiden Christi erinnern.)

 

 

Von der Neunkräutersuppe zur Gründonnerstagsuppe

Bereits lange vor Jesus Christus begrüßten die Menschen also den Frühling mit ganz bestimmten Ritualen, Tänzen oder Speisen. Vor allem um die Zeit zwischen dem 20. bis 23. März zur Frühjahrstag- und Nachtgleiche feierten sie den Beginn des Frühlings. Dabei entzündeten die Kelten und Germanen die Frühlingsfeuer (heute Osterfeuer), verehrten die Erdgöttin «Ostara» oder «Freya» und bereiteten die Neun-Kräuter-Suppe zu. Nach der Christianisierung wurde daraus die Gründonnerstagssuppe.

 

Schon immer glaubte man, dass Heilpflanzen und Kräuter von verschiedenen Gottheiten gesät seien und daher himmlische Kräfte in sich bargen. So ist es nicht verwunderlich, dass man die Götter anrief, um sich der Wirkung der Pflanzen zu versichern. Während der Frühjahrs-Tag-und-Nacht-Gleiche wurde das «Licht der Erde» zu Ehren der Göttin «Ostara» gefeiert und unsere Vorfahren suchten Frühlingskräuter, neun an der Zahl, um daraus eine Suppe zuzubereiten, die die Frühjahrsmüdigkeit vertrieb. Neun Kräuter mussten es sein, galt doch die «Neun» als heilige, magische Zahl. Ostara, deren Existenz allerdings nicht völlig gesichert ist, war die germanische Göttin der Fruchtbarkeit und Morgenröte, die Angelsachsen hingegen nannten sie «Eostre». Das Christentum übernahm diesen heidnischen Brauch. Der Begriff «Ostara« schlug sich so wahrscheinlich im Wort Ostern nieder. Die Kräuter dieses Festes waren vor allem Brennnessel, Giersch, Vogelmiere, Gänseblümchen, Löwenzahn, Wegerich, Gundermann, Bärlauch und Taubnessel.

Wegen des unterschiedlichen regionalen Vorkommens der Pflanzen landeten auch andere grüne Kräuter wie beispielsweise Scharbockskraut, Kresse, Schafgarbe oder Sauerampfer im Suppentopf. In vielen Gebieten des deutschsprachigen Raumes wird die alte Tradition der Zubereitung dieser Neun-Kräuter-Suppe oder Gründonnerstagssuppe bis in die heutige Zeit gepflegt.

 

Rezeptvorschlag

Heute haben wir auch eine Gründonnerstagssuppe zubereitet, vegan. Unser Rezept ist das folgende. Als unsere heiligen Neun Kräuter (und weitere Zutaten) wählten wir:

  • Löwenzahn
  • Vogelmiere
  • Brunnenkresse
  • Giersch
  • Taubnessel
  • Bärlauch
  • Brennnessel
  • Knoblauchsrauke
  • Scharbockskraut
  • Wasser
  • Kartoffeln
  • Zwiebel
  • Öl
  • Salz
  • Gemüsebrühe
  • Pfeffer

 

Zubereitung:

  1. Zuerst die Kartoffeln waschen, kleinschneiden und kochen
  2. Derweil Zwiebel schälen, würfeln und in Öl anbraten
  3. Wildkräuter in den Mixer und mit Wasser vermixen (oder einfach hobeln)
  4. Wenn die Kartoffeln gar sind, dann Herd ausstellen und alles vermengen
  5. Bei Bedarf alles mit dem Pürrierstab cremig machen
  6. Mit Salz, etwas Pfeffer und Gebrüsemühe abschmecken

Tipp: Die Kräuter sollten erst zum Schluss hinzu gegeben werden, wenn die Suppe fertig ist und nicht mehr kocht. Sonst verlieren sie zu viele Nährstoffe.

 

 

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(Textquellen: http://www.forum-naturheilkunde.de, http://www.wildfind.com)

 

Warum „natürlich.selbst.gemacht“?

„Hier kann ich sein, was ich bin: frei – mit dem Herz in der Hand. Und drei Worten im Sinn. Drei Worten im Sinn. Und drei Worten im Sinn.“ (Dota Kehr)

 

Eine kurze Erklärung: Warum natürlich.selbst.gemacht?

 

Natürlich möchte hier Dinge theamtisieren, welche mehr als selbstverständlich – also eben natürlich sind. Das Wort gilt nicht nur umgangsprachlich als Bestätigung, sondern soll hier auch für Themenbereiche gelten, welche im weitesten Sinne mit der Natur verbunden sind: Heilpflanzen, Permakultur, Ernährung, Bewegung, aber auch Spiritualität und vor allem Gesundheit.

Selbst-verständlich sollen hier aber auch Themen nicht zu kurz kommen, bei welchen Eigeninitiative gefragt ist. „Do-it-yourself“ heißt ja im Grunde genommen nichts anderes als „Mach-es-selbst“. Daher bezieht sich hier das Wort selbst (und auch die Kombination selbst.gemacht) auf jegliche Themen, bei welchen man selbst gefragt ist: Handwerk, Sport, Kunst, Upcycling, und jegliche Form von politische Aktivitäten und kreativem Gedankenaustausch sollen hier Gehör finden. Doch ist mit dem Wort selbst auch das Ego gemeint, und seine damit verbundenen Besonderheiten. So beinhaltet dieser Bereich überdies all jene Dinge, die mich selbst mehr oder minder beschäftigen: Gedanken, Wünsche, Kritik und Meinungen. Und nicht zuletzt eure Kommentare als ganz privates Salz in der Suppe.

Gemacht wird hier schlussendlich auch allerhand. Dieser Bereich thematisiert vorallem bereits abgeschlossene Projekte meinerseits, als auch von anderen Menschen, welche es hier zu erwähnen gilt. Damit meine ich sowohl bekannte Persönlichkeiten, als auch die ganz normalen Helden des Alltags. Und damit bleibt eine Menge Spielraum für allerhand erledigtes und zu erledigendes Zeug.

Und schon geht es los! Viel Spaß beim stöbern und schmökern.

Wir lesen uns 🙂

 

(bildquelle: http://www.lanu.de)

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