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natürlich.selbst.gemacht.

Warum „natürlich.selbst.gemacht“?

„Hier kann ich sein, was ich bin: frei – mit dem Herz in der Hand. Und drei Worten im Sinn. Drei Worten im Sinn. Und drei Worten im Sinn.“ (Dota Kehr)

 

Eine kurze Erklärung: Warum natürlich.selbst.gemacht?

 

Natürlich möchte hier Dinge theamtisieren, welche mehr als selbstverständlich – also eben natürlich sind. Das Wort gilt nicht nur umgangsprachlich als Bestätigung, sondern soll hier auch für Themenbereiche gelten, welche im weitesten Sinne mit der Natur verbunden sind: Heilpflanzen, Permakultur, Ernährung, Bewegung, aber auch Spiritualität und vor allem Gesundheit.

Selbst-verständlich sollen hier aber auch Themen nicht zu kurz kommen, bei welchen Eigeninitiative gefragt ist. „Do-it-yourself“ heißt ja im Grunde genommen nichts anderes als „Mach-es-selbst“. Daher bezieht sich hier das Wort selbst (und auch die Kombination selbst.gemacht) auf jegliche Themen, bei welchen man selbst gefragt ist: Handwerk, Sport, Kunst, Upcycling, und jegliche Form von politische Aktivitäten und kreativem Gedankenaustausch sollen hier Gehör finden. Doch ist mit dem Wort selbst auch das Ego gemeint, und seine damit verbundenen Besonderheiten. So beinhaltet dieser Bereich überdies all jene Dinge, die mich selbst mehr oder minder beschäftigen: Gedanken, Wünsche, Kritik und Meinungen. Und nicht zuletzt eure Kommentare als ganz privates Salz in der Suppe.

Gemacht wird hier schlussendlich auch allerhand. Dieser Bereich thematisiert vorallem bereits abgeschlossene Projekte meinerseits, als auch von anderen Menschen, welche es hier zu erwähnen gilt. Damit meine ich sowohl bekannte Persönlichkeiten, als auch die ganz normalen Helden des Alltags. Und damit bleibt eine Menge Spielraum für allerhand erledigtes und zu erledigendes Zeug.

Und schon geht es los! Viel Spaß beim stöbern und schmökern.

Wir lesen uns 🙂

 

(bildquelle: http://www.lanu.de)

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selbst gemacht: Wehenpäckchen

Liebe werdende Väter,

wenn das geplante Erscheinen des Nachwuchses bedrohlich rückt …

wenn der Babybauch immer praller und runder wird …

wenn eure Liebste weder auf Bauch noch Rücken schlafen kann und den errechneten Termin unter Tränen herbei sehnt …

DANN wird es Zeit für euch die Nerven zu behalten und zu handeln: Ist die Tasche fürs Krankhaus gepackt? Sind der Wagen vollgetankt, der Reifendruck gecheckt und die Rückbank mit Handtüchern ausgelegt? Hängen Nummer der Hebamme und des Kreissaals vorsorglich überm Telefon? Habe ich das Wehenpäckchen eingepackt?

… Habe ich WAS eingepackt? Richtig gelesen: Das Wehenpäckchen. Was das ist? Leßt selbst: Bevor unsere Zwillinge geboren wurden, habe ich mich gefragt, wie das wohl für meine Partnerin sein müsse die ganze Zeit mit einer tickenden Zeitbombe unterm Hemd herumzulaufen (unsere Kinder kamen fast eine Woche nach Termin). Meine Erkenntnis: Fürchterlich! Ständig diese Ungewissheit, dann die Angst vor den Schmerzen und natürlich die Besorgnis, ob mit dem Nachwuchs alles in Ordnung sein wird. Bei uns kam noch hinzu, dass wir einen relativ langen Anfahrtsweg zum Krankenhaus vor uns hatten (2 Stunden) und eine ersehnte Hausgeburt leider leider nicht zur Debatte stand, was die ganze Situation nicht gerade erleichterte. Und wenn man dann bedenkt, dass es bei den meisten Frauen noch etliche Stunden dauert nach dem Einsetzen der ersten Wehen bis zur eigentlichen Geburt des Kindes … puh, da war ich dann doch irgendwie froh, dass ich nicht selbst das Kind kriegen musste. Aber dennoch plagte mich die Reue, schließlich konnte ich meine Partnerin mit dieser Bürde nicht alleine lassen. Natürlich wollte ich bei der Geburt dabei sein, das war alles geplant und abgesegnet. Aber wie konnte ich es ihr denn noch erträglicher machen, das Warten, die Schmerzen und die Ungewissheit, vorallem unter den Wehen?

Eben diese Überlegung brachte mich auf die Idee ein Wehenpäckchen zu kreiieren. Hierbei handelt es sich um nichts anderes als eine Verpackung eurer Wahl (ich nahm eine ehemalige Keksdose aus Blech), welche ihr mehr oder minder hübsch beschriftet, und sodann mit ein Paar Dingen befüllt, welche eurer Meinung nach der werdenden Mutter unter den Wehen etwas Freude verschaffen werden. Oder Ablenkung, oder Erleichterung, … was auch immer sie eurer Meinung nach eben brauchen könnte. Hier ein paar Anregungen, was ein solches Wehenpäckchen beinhalten könnte:

  • einen handgeschrieben Brief
  • ein Gedicht
  • ein Kuscheltier
  • Süßigkeiten (z.B. selbst gebackene Kekse)
  • einen MP3-Spieler mit einer Audio-Botschaft und/oder Musik
  • Fotos
  • Räucherstäbchen
  • eine Blume
  • ihr Lieblingsparfüm

Eigentlich ist egal, was genau ihr in das Päckchen packt. Hauptsache es ist etwas persönliches von euch, welches eurer Partnerin signalisiert, dass ihr an sie denkt und für sie da seit. Der Wille zählt! Ihr könnt auch eine Liste mit Witzen in euer Päckchen packen, damit die werdende Mama zwischen den Wehen etwas zu lachen hat. Lasst eurer Fantasie freien Lauf! Auch die Verpackung muss keines wegs wie bei mir eine Keksdose sein. Stattdessen könnt ihr auch eine Geschenkschachtel nehmen, oder eine Brotbüchse, einen Kinderrucksack, einen Geschenkkorb, oder was weiß ich. Ihr werdet schon etwas finden.

Wenn ich mich recht erinnere hatte ich in „meinem“ Wehenpäckchen sechs oder sieben Dinge, welche ich jeweils nochmal mit einem kurzen Spruch beschriftet hatte. So z.B. zwei kleine Plüschpüppchen aus Naturstoffen, ihre Lieblingssüßigkeit als Nervennahrung, dann zusätzlich Trockenobst und Nüsse als Stärkung, Zwei Fotos von unseren gemeinsamen Reisen, einen dicken Gummiring, welchen sie drücken konnte, wenn sie eine Wehe hatte, usw … Und das alles eingeleitet durch einen persönlichen Brief, welcher nicht mehr als drei Sätze umfasste. Das wars schon. Einzeln betrachtet scheinbar nichts Besonderes. Aber die Überraschung war, dass sie mit keinem dieser Dinge gerechnet hatte – nicht in einer solchen Situation. Demnach war das Wehenpäckchen ein voller Erfolg, welcher der Mama definitiv noch lange in Erinnerung bleiben wird.

 

Und, wie sehen eure Wehenpäckchen aus?

26. Woche: „Hilfe, mein Baby hängt zusammen!“

Unsere Zwillinge sind jetzt etwa 26 Wochen alt, also ein halbes Jahr. Unser Junge, ein hochsensibler Knabe, ist seit etwa drei Tagen von morgens bis abends am schreien. Ohne Scheiß. Und zwar immer dann, wenn man sich nicht permanent mit ihm beschäftigt. Ausnahmen bilden die Schlafenszeiten und die Essenszeiten. Meistens zumindest.

Als Eltern kommen wir seit einigen Tagen mal wieder an unsere Grenzen. Während Mama vorallem der andauernde Lärm belastet, verzweifelt Papa daran, dass er außer Babys und Hausarbeit scheinbar nichts schafft. Zugegeben: Ich leide nämlich an Konzentrationsschwäche. Demnach probiere ich erst garnicht mit Kind auf dem Arm irgendetwas zu erledigen, worauf ich mich intensiver konzentrieren muss. Denn wenn ich es doch tue bin ich abends nur noch frustrierter, weil ich noch weniger geschafft habe. Ich verliere einfach zu häufig in Gedanken den Zusammenhang bei den Dingen die ich tue.

Wer jedoch nicht den Zusammenhang verliert, das sind meine Kinder. In einem Buch, welches die Wachstumsphasen der Kleinkinder während des ersten Lebensjahres beleuchtet, laß ich, dass unsere Kleinen jetzt in der Lage sind Zusammenhänge zu begreifen. Ein großer Schritt in der kindlichen Entwicklung. Doch wie äußert sich das? Fallbeispiel: Vorher sah es zwar, wie Mama den Raum verließ, verstand jedoch nicht, was dies bedeutete. JETZT versteht es, dass die Trennung bedeutet. Mama entfernt sich, verlässt den Raum, sie geht weg. Und als wäre dies nicht schlimm genug ist das Baby sich jetzt auch bedingt seiner eigenen Unfähigkeit bewusst dies zu verhindern – weil es entweder noch nicht oder nur sehr langsam der Mutter folgen kann. Ist das nicht herzzerreißend? Ein Leben voller Ungewissheit.

Das denken sich unsere Kinder wohl auch … und schreien manchmal wie am Spieß, wenn man sie einfach nur ablegt. Selbst wenn man den Raum nicht verläßt. Kann man ja auch verstehen. Schließlich macht ihnen das Angst. Allein sein ist nicht toll und Babys sind absolut hilflos in dieser Welt ohne den Schutz seiner Bezugspersonen. Arme Dinger. Aber … Eltern sein heißt Verantwortung übernehmen. Und zur Zeit heißt das: von morgens bis abends viel mehr Zeit für Babys haben. Auch wenn einem das nicht gefällt. Mir tut dies zumindest nicht. Aber hey … es ist ja nicht für ewig …

 

Lustiger Lyrebird

Unglaublich … wie bei Police Academy 🙂

schreiben, schreiben, schreiben, …

Über einen Monat war nun Funkstille hier auf diesem Blog. Warum? Nun, ehrlich gesagt wusste ich nicht so recht worüber ich schreiben soll. Und die paar Themen, die es meines Erachtens wert sind, dass man über sie schreibt, nahmen meines Erachtens zuviel Zeit in Anspruch. Zeit, welche ich als Zwillingspapa neben dem Alltag mit zwei kleinen Kindern nicht gefunden habe. Zwischen Hausarbeit, Beziehungsarbeit, Kinder“arbeit“ und dem Wiedereinstieg ins Berufsleben, hab ich mir die Zeit zum schreiben einfach nicht genommen – oder nehmen wollen. Schande über mich 😉

Nun besuchen meine Partnerin und ich seit einigen Tagen ein Online-Business-Seminar, bei welchem die Teilnehmenden dazu angehalten sind täglich zu schreiben: online auf ihren Blog, ihre Facebook- oder Webseite. Zeit für Herausforderungen. Nun denn, Lasst die Spiele beginnen. Aber das soll wohl wichtig sein, um ein Gefühl für’s regelmäßige Schreiben zu bekommen. Ist ja vielleicht auch garnicht so verkehrt.

 

(Foto: yvesgoratstommel.com)

selbst gemacht: Holzgaskocher

Seit meiner Schulzeit gehe ich mehrmals im Jahr wandern. Gern unternehme ich auch mehrtägige Trekking-Touren mit möglichst wenig Gepäck. So erkundete ich bisher nicht nur viele Orte in Deutschland, sondern auch im angrenzenden Ausland. Zwischen 2014 und 2015 reiste ich mit Frau Kunterbunt durch Australien und Neuseeland, zumeist per Anhalter und zu fuß. Stets im Gepäck hatte ich eine Miniaturausgabe meines selbst gebauten Holzgaskochers.

Das gute Stück findet man im Internet noch unter vielen weiteren Bezeichnungen: Holzvergaser, Solo Stove, Hobo Kocher, Rocket stove, Pyrolysekocher. Gemeint ist aber immer das Gleiche. Also ein kleiner Kocher für unterwegs, welcher sehr leicht ist und mit wenig Brennstoff (vorzugsweise Holz) betrieben werden kann. Neu im Laden bezahlt man für so ein Ding gut und gern zwischen 40 und 80 EUR. Ich zeige euch, wie man es sich für quasi umsonst selbst bauen kann. Und das mit nur etwa einer Stunde Arbeitsaufwand.

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Materialien braucht ihr folgende:

  • 2 größere Konservendosen, selber Umfang
  • 1 kleinere Konservendose
  • Dosenöffner (oder Messer)
  • Blechschere (oder Nagelschere)
  • Rohrzange
  • Edding
  • optional: Akkuschrauber

Bei den Dosen ist wichtig, dass die kleinere Dose komplett in eine der größeren passen sollte. Die beiden größeren Dosen hingegen sollten den selben Umfang haben.

(Nicht wundern: Ich arbeite hier mit Konservendosen fürs Catering und die Großküche. Es funktioniert aber ebenso gut mit kleineren Dosen.)

 

Und so wird es gemacht:

1.) Zuerst werden alle Etiketten und wenn möglich auch Klebestellen von den Dosen entfernt. Dann werden die Dosen geöffnet und die Deckel entfernt (Wichtig ist hierbei: Die ausgeschnittene Deckelöffnung der größten Dose darf nur so groß sein, wie der Gesamtumfang der kleinsten Dose [siehe Abbildung oben: Tomatendose]. Man kann dies einfach erreichen, indem man die kleinste Dose auf die größte Dose stellt und dann mit einem Stift einen Kreis um den Dosenboden zieht, welchen man anschließend ausschneidet.). Der Inhalt der Konserve wird verwertet. Danach werden die Dosen gereinigt. Zum arbeiten müssen diese sauber und trocken sein.

2.) Als erstes arbeiten wir an der kleinsten Konservendose, der späteren Brennkammer des Kochers. Ihr nehmt sie und malt euch zur Orientierung Kreise auf den oberen und den unteren Seitenrand der Dose (Abbildung oben). Einmal rund herum. Die Seite ohne Deckel wird später auch die Oberseite der Brennkammer sein. Danach stecht ihr diese Löcher mit der Nagelschere aus. Ich sage bewusst stechen, denn am einfachsten Arbeitet es sich, wenn man …

 

… einfach mit einer spitzen Schere ein kleines Loch sticht und dieses dann vorsichtig durch drehen erweitert. Alternativ könnte man auch Löcher mit einem Akkuschrauber bohren. Da wir versuchen wollen möglichst alle scharfen Kanten und demnach potentiellen Gefahrenquellen auf ein Minimum zu reduzieren, empfehle ich euch die Löcher am oberen (offenen) Teil der Dose nach außen umzubiegen. Dazu eignet sich gut die Rückseite eines Eddings, oder ein anderer runder Gegenstand aus Metall.

 

3.) Anschließend nehmen wir uns den Boden der kleinsten Dose vor. Mittels einer Schere machen wir ihn zu einem Sieb. Achtet auch hier darauf, dass die Kanten möglichst alle nach innen zeigen. Dieser Teil wird das spätere Gitterrost, auf welchem das brennende Holz liegt, die Asche jedoch hindurch fallen kann.

 

 

4.) Nun kommt die große Dose dran, und zwar die mit der kleinen Deckelöffnung, auf welche gerade so die kleinste Dose passt. Hier gehen wir ähnlich vor, wie bei der kleinen Dose. Mit dem Unterschied, dass die Löcher lediglich an der unteren (geschlossenen) Seite der Konserve gemacht werden – und dass sie etwas größer sein sollen, als die Löcher in der Brennkammer. Dazu kann man wahlweise einen Akkuschrauber verwenden. Alternativ sticht man wieder mit der Schere zu, oder mit einem Messer. Die Kanten sind auf Grund des Verletzungsrisikos wieder nach innen zu biegen. Hier empfielt sich (je nach dicke des Weißbleches) die Zuhilfenahme einer Zange. Arbeitet hier besonders gründlich, denn dies wird die Außenhülle eures Kochers, welche ihr regelmäßig in der Hand haben werdet.

 

 

5.) Nun folgt die Vereinigung der beiden Dosen, das Ineinanderschieben. Dazu wird die Kleinere der beiden Dosen (die Brennkammer) auf die Größere gesetzt und vorsichtig nach unten gedrückt. Hierbei ist es wichtig das Einreißen der größeren Dose zu vermeiden, daher sollte sorgsam gearbeitet werden. Gegebenenfalls sollte der Deckelrand der größeren Dose zuvor nach und nach mittels einer Zange umgebogen werden, um diese Prozedur zu erleichtern (Abbildung unten). Ist dieser Schritt absolviert, ist der Kocher also solches bereits fertig. Glückwunsch! Nun fehlt nur noch ein passender Aufsatz für den Topf.

 

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6.) Einsatz für die verbliebene dritte Dose. Der Aufsatz muss nicht all zu groß sein – etwa ein Drittel von der Größe des Holzgaskochers soll er in der Höhe haben, nach Augenmaß geschätzt. Wichtig ist hierbei, dass man den Teil der Dose nimmt, bei welchem bereits der Deckel entfernt wurde. So trenne man mittels einer (Blech-)Schere die Dose entzwei. Im Anschluss werden auch hier mittels einer Zange die scharfen Schnittkanten rundherum umgebogen, damit sich niemand verletzt. Abschließend wird an einer beliebigen Seite ein Rechteck in den nun entstandenen Aufsatz geschnitten. Durch diese Öffnung kann das Feuer später mit Brennstoff versorgt werden, ohne dass der Topf vom Kocher genommen werden muss. Auch hier gilt zu beachten genügend Abstand zu den Rändern zu lassen, damit die Schnittfläche nachträglich nach innen umgebogen werden kann. Das Resultat sollte dann aussehen wie auf der Abbildung unten.

 

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Wer mag, der kann zum Schluss noch einige Luflöcher seitlich in den Aufsatz stechen oder bohren. Auf dem linken Bild unten wird ersichtlich, was ich meine. Fertig ist der Reycling-Holzgaskocher! Zeit für einen ersten Testlauf … Angeheizt wir übrigens mit Zunder und kleinen Stöckchen. (Ressourcenschonend ist er auch noch, unser kleiner Freund). Erst wenn ihr ein Flammenbild seht wie auf dem mittleren Bild unten, dann erst hat die Holzvergasung eingesetzt – das Feuer brennt dann komplett rauchfrei. Und das bei einem Minimum an Brennstoff. Damit würde man nicht mal ein kleines Lagerfeuer entzünden können. Warum das so ist, das erkläre ich noch kurz unten anhand einer Zeichnung. Übrigens heizt der Kocher auch dann weiter, wenn das Feuer bereits erloschen ist, da sich trotzdem noch glühende Holzkohle im Brennraum befindet.

 

 

Funktionsweise eines Holzgaskochers:

Die Abbildung unten enspricht in etwa dem Modell aus der Anleitung oben, bis auf wenige Details. Uns interessieren vorallem die blauen und roten Pfeile. Durch die äußeren Seitenöffnungen unten zieht die kalte Luft in die Brennkammer (untere blaue Pfeile) und versorgt so das Feuer mit Sauerstoff. Der Trick findet weiter oben statt: Entlang der Seitenwände steigt außerhalb der Brennkammer ebenfalls Luft nach oben und erwärmt sich durch das innen brennende Feuer (blau-rote Pfeile). Diese erwärmte Luft tritt nun an den oberen Löchern der Brennkammer innerhalb des Kochers aus. Dort vermischt es sich mit dem Rauch, welcher beim Abbrennen des Brennstoffes entsteht (Oxidation). Dieses sauerstoffhaltige Gasgemisch entzündet sich wiederum durch ein ausreichend großes Feuer von selbst und verbrennt somit jegliche Abgase, welche beim normalen Feuer entstehen würden. Es brennt absolut rauchfrei. Lediglich beim Nachfüttern mit Brennstoff, kann es dann passieren, dass das Feuer raucht. Oder wenn der Brennstoff über die oberen Löcher der Brennkammer hinaus ragt. Oder wenn das Feuer noch zu klein ist und erst „in Gang“ kommen muss.

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Bildquelle: ecx.Timages-amazon.com

selbst gemacht: Zahnpaste

Auf einem Blog, der als „natürlich.selbst.gemacht“ betitelt ist, erwartet man in erster Linie natürlich selbstgemachte Dinge. Daher mache ich jetzt den Anfang mit einem Gebrauchsartikel, welchen wir wohl alle pratisch täglich verwenden: Zahnpaste.

Es heißt Zahnpaste, nicht Zahnpasta. Sind ja schließlich keine Nudeln.

Die Idee kam mir vor etwa sechs Jahren. Auf einem Seminar wurde ich eher zufällig auf die „Raucherzahncreme“ einer damaligen Bekannten aufmerksam. Belustigt las ich die Rückseite der Tube durch, weil mich interessierte, warum diese Zahncreme ausgerechnet für Raucher gut sein soll. Erschrocken stellte ich fest, dass diese neben etlichen anderen Schnickschnack eine Form von Zucker enthielt. Ich war schockiert! Später dann musste ich erkennen, dass sehr viele Zahnpasten in irgendeiner Art Zucker oder Zuckeraustauschstoffe enthalten, welche sie so süß schmecken ließen. Das konnte doch nicht gesund sein – oder? Und tatsächlich: Der Zuckeraustauschstoff Sorbit, der in vielen Zahncremes zu finden ist, soll gar ein gewisses kariesförderndes Potential besitzen. Von den unglaublich schädgenden Langzeitfolgen durch Fluoride, PEG’s, Paragenen, und was sich sonst noch so in den handelsüblichen Zahnpasten tummelt ganz zu schweigen. Zum damaligen Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass es einige Bio-Firmen gibt, welche Zahnpaste „ohne Scheiß“ produzierten. Also verzichtete ich einige Jahre komplett auf das Zeug. Als ich später dann in Berlin lebte, lernte ich viele interessante und gesundheitsbewusste Menschen kennen. Einer von ihnen verriet mir dann folgendes Rezept, welches ich seit je her in selbiger oder abgewandelter Form nutze, um kostengünstig Zahnpaste für mich und meine Familie herzustellen. Folgende Zutaten werden dazu benötigt:

 

 

Wasser und Kalk. Im Prinzip würde das schon ausreichen. Wasser ist fast immer die erste Zutat in handelsüblichen Zahnpasten. Kalk (CaCO³), auch schlicht Kreide genannt, findet man auch oft als Zutat – jedoch trägt sie da den spektakulären chemischen Namen „Calcium Carbonat(e)“. Man kauft ihn als Pulver in der Apotheke oder bestellt ihn kostengünstig im Internet. Einfach beides zu einer cremigen Paste verrühren – und fertig ist die Zahnpaste für Minimalisten. Wer es gern etwas „zahnpastiger“ mag, der füge noch folgende Zuaten hinzu:

 

 

Das Wasser kann man teilweise oder auch komplett durch Kieselsäure-Gel ersetzen. Dieses bekommt man unter dem handelsüblichen Namen Silicea-Gel rezeptfrei in der Apotheke. Alternativ kann man auch einfach Kieselsäure haltige Pflanzen (z.B. Ackerschachtelhalm) sammeln und in einem Topf mit Wasser auskochen. Der mineralreiche Sud kann dann ebenfalls zum bereiten der Zahnpaste genommen werden. Zwei bis drei Tropfen Minzöl sorgen zudem für frischen Atem. Dieses bekommt man günstig in der Drogerie. Wer mag kann auch ein anderes ätherisches Öl verwenden – aber vergewissert euch bitte vorher, ob das gewünschte Öl zum Verzehr geeignet ist. Ich habe z.B. auch schon eine Variation mit Zimtöl ausprobiert – sehr empfehlenswert! Die letzte Zutat sorgt für die gesunde Süße, und lässt das Eigenfabrikat zur täuschend echten Zahnpaste werden: Xylit, auch Xylitol oder Birkenzucker genannt, ist ein Zuckeraustauschstoff, welchem eine antikariogene Wirkung nachgesagt wird. Ein zahnfreundlicher Zuckerersatz. Mischt man alle Zutaten zu einer cremigen Konsistenz zusammen, so erhält man eine unglaublich gesunde und zudem kostengünstige Alternative zur handelsüblichen Zahnpaste. Die könnte man sogar essen – im Gegensatz zur handelsüblichen Zahnpaste. Viel brauch man von der Eigenkreation übrigens nicht: Die Kreide sorgt schon bei geringer Menge und geringem Zahnputzdruck durch ihre schmirgelnde Wirkung für ein blendend weißes Ergebnis. Wer jetzt Angst um seinen Zahnschmelz hat, der kann die Paste auch vorsichtshalber strecken und mit etwas mehr Wasser etwas dünner machen. Dann seit ihr auf der sicheren Seite.

 

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Wirklich bereit für Kinder?

Mein Vater sagt immer: „Kinder machen ist nicht schwer, Kinder haben jedoch sehr“. Und an dem Spruch ist was dran. Die ersten Wochen nach der Geburt waren ein ziemlicher Kampf für uns als frisch gebackene Eltern. Nachdem uns so ziemlich jede und jeder vor der Geburt und den damit verbundenen Strapazen gewarnt hatte, dachten wir recht naiv, dass alles Nachkommende zwar anstrengend werde, aber schon irgendwie zu bewältigen sei. Das ist auch richtig – irgendwie haben wir die Herausforderungen bisher immer irgendwie bewältigt. Aber dass es teilweise derart nervenaufreibend und kräftezehrend sein wird … damit hatte ich nicht gerechnet. Im Nachhinein hätte ich mir gewünscht, dass andere Eltern mich eindeutiger vor den Strapazen der ersten Wochen und Monate nach der Geburt gewarnt hätten. Jetzt im Nachhinein erinnere ich mich nur nochan eine Aussage meines Bruders (zum damaligen Zeitpunkt selbst Vater eines Kindes, mittlerweile zweifacher Vater) welcher recht ernüchternd meinte: „Das wird eine krasse Zeit werden. Die ersten Monate sind besonders hart. Du solltest lieber schon mal vorschlafen, soviel es geht.“ Damit hatte er Recht.

Ich habe früher oft unverständlich den Kopf geschüttelt, wenn im Fernsehen oder im Radio berichtet wurde, wie Eltern ihre Kinder schlugen, sie aussetzten oder anderweitig misshandeln. Selbst wenn ich jemanden auf der Straße sah, der sein oder die ihr Kind anschrie war ich oft fassungslos und außer mir. Mittlerweile kann ich diese Menschen verstehen. Das heißt nicht, dass ich ihr Verhalten toleriere oder gut heiße – aber ich kann ihre Hilflosigkeit gut nachvollziehen. Wenn man zum wiederholten Male an seine Grenzen kommt, völlig überstrapaziert, übermüdet und entkräftet – dann kommen auch die dunkelsten Seiten der Leute an die Oberfläche.

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Solche Situationen ließen sich meines Erachtens abmildern und zumindest teilweise vermeiden, wenn mehr Menschen sich im Vorfeld über einige Dinge im Klaren wären, bevor sie Kinder in die Welt setzten. Was es bedeutet Kinder „zu haben“, welches Privileg es ist sie in diese Welt zu führen und beim lernen begleiten zu dürfen, aber auch welche enorme Verantwortung darin besteht. Viele Menschen sind meiner Ansicht nach überhaupt nicht bereit Kinder zu bekommen. Und andere wiederum sind es, aber lassen sich von ihrem Umfeld so unter Druck setzen und mürbe machen, dass nicht nur sie extrem darunter leiden, sondern vorallem auch ihr Nachwuchs. Deshalb schreibe ich hier über ein paar Tatsachen, welche mich während der ersten Monate mit meinen zwei Kindern überwältigten, forderten und beschäftigten – und es teilweise immernoch tun. Und aber auch, wie man diesen Belastungen entgegen wirken kann.

(Folgende Aufzählungen spiegeln mehrere KANN-Situationen wieder. Das heißt es MUSS nicht so kommen, denn es gibt auch sehr umgängliche Neugeborene. Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch recht hoch, dass zumindest zwei der folgenden Punkte eintreten werden. Wenn du Pech hast, sogar alle.)

 

 

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Wenn du planst, ein Kind in diese Welt zu setzen, dann sei dir vorher darüber im Klaren, dass …

 

1.) … du deine eigenen Bedürfnisse ab sofort hinter die deines Kindes stellen musst.

Was bereits in der Schwangerschaft beginnt als „du solltest“ (z.B. dich gesünder ernähren, nicht Rauchen und Alkohl trinken, …) wird spätestens nach der Geburt zum „du musst“. Und damit meine ich: DU MUSST, ob du willst oder nicht. Es ist egal, ob du jetzt das oder dies willst, sei es schlafen, zuende telefonieren, noch schnell den Abwasch erledigen – wenn dein Kind jetzt etwas anderes braucht, dann musst du dich zuerst um dein Baby kümmern. Und zwar JETZT, und nicht erst in zwanzig Minuten. Wie belastend das sein kann, davon wissen viele Eltern ein Liedchen zu singen. Erst später relativiert sich das Ganze etwas, wenn die kleinen dann älter werden. Das Ganze erträgt sich vorallem dann bedeutend leichter, wenn man es einfach hinnimmt. Wenn man es akzeptiert, sich versucht nicht darüber aufzuregen und seinen Tag bewusst nach dem Baby ausrichtet. Es ist schwer, aber je früher man sich damit abfindet, desto mehr Nerven kann man sparen (Mehr zum Thema müssen hier). Das Kind an erste Stelle zu stellen bedeutet im Umkehrschluss auch, dass …

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2.) … du mehrere Monate kaum noch Zeit für deine eigenen Bedürfnisse haben wirst.

Hobbies nachgehen, Freunde treffen, sogar elementare Grundbedürfnisse wie schlafen, und in Ruhe Essen sind damit gemeint. Jemand Schlaues sagte mal: „Man bekommt Kinder, um zu lernen selbstlos zu sein“. Genau so ist es. Hinzu kommt, dass kein Kind dem anderen gleicht, und manche Kinder sind fordernder als andere. Und das kann man ihnen nicht mal übel nehmen. Aber auch bei „normalen Kindern“ wird es gut und gern vorkommen, dass sie besonders anspruchsvolle Zeiten haben, z.B. während der sich ständig ankündigen Wachstumsphasen. Daher auch hier wieder der Rat: Passe dich den Rhytmen deines Kindes an. Schlafe und entspanne, wann immer es geht. Und sei es nur für zehn Minuten. Achte auf dich und deine Bedürfnisse, und mach nicht dein Kind oder deine/n Partner/in dafür verantwortlich, wenn sie schon wieder Aufmerksamkeit wollen. Erkenne deine Grenzen rechtzeitig, lerne frühzeitig Verantwortung abzugeben, lass zum Beispiel auch mal Oma oder Opa eine Runde mit dem Nachwuchs spazieren gehen. Wer er ein Kind in diese Welt setzt, muss in der Lage sein sich um sich selbst zu kümmern – oder es spätestens dann im Crashkurs lernen. Ihre Bedürfnisse äußern Neugeborene übrigens, indem …

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3.) …  du ständig „angeschrien“ wirst, oft auch nachts.

Und das ist echt nicht zu unterschätzen. Den Schrei eines Babys empfinden praktisch alle Menschen als Alarmsignal. Sogar wildfremde Menschen würden instinktiv einem schreienden Säugling zur Hilfe eilen. Doch genau da liegt das Dilemma: Man will helfen! Auch, wenn man schon total müde und entkräftet ist. Schließlich ist es das eigene Kind, und es leidet! Und dann probiert man dies und jenes, füttert und wickelt, schuckelt und singt, trägt und beruhigt, … aber manchmal will einfach nichts helfen. Der amerikanische Kinderarzt William Sears spricht in seinem Buch „Schlafen und Wachen“ von Kindern mit besonders starken Bedürfnissen, welche ihre Eltern regelmäßig in den Wahnsinn treiben. Der wissenschaftliche Zeitgeist spricht von Dreimonatskoliken. Der Pöbel nennt sie Schreikinder. Doch selbst, wenn es nicht so schlimm kommt: So ziemlich jedes Kind hat dann und wann mal seine scheinbar grundlosen Schreiphasen, und die richten sich nicht nach Arbeits- und Fernsehzeiten. Und wenn man dann zum vierten Mal in einer Nacht aus dem Bett geschrien wird, und man enicht mehr weiter weiß, weil das Kind sich einfach nicht beruhigen lässt … da gerät man schon mal an den Rande der Verzweiflung. Man lernt die Bedeutung der Begriffe Ohnmacht und Hilflosigkeit kennen, und muss sich diese dann manchmal auch noch zur unchristlichsten Uhrzeit eingestehen – vielleicht auch noch vor dem eigenen Partner. Hier hilft übrigens ein einfaches Proukt aus dem Drogeriemarkt: Ohropax! Manche werden jetzt lachen, aber es schafft echt Abhilfe, denn der schwierige Teil kommt erst noch: Da bleiben! Nicht einfach weg gehen und das Kind im Nachbarzimmer alleine brüllen lassen. In solchen Situationen ist es unglaublich wichtig beim Kind zu bleiben – egal wie sehr es schreit. Lasst euer Kind nicht allein, denn es braucht eure Nähe! Selbst wenn ihr nicht wisst, wie ihr eurem Kind sonst helfen könnt, und euch bereits die Tränen über die Wangen kullern. Bleibt da! Wie würde es euch gefallen, wenn ihr verzweifelt um Hilfe schreit, und weil euch keiner versteht, werdet ihr allein gelassen, bis ihr euch beruhigt habt? Grausige Vorstellung! Und wenn ihr schon kurz vorm Schreikrampf steht, innerlich bebend mit aufeinander gebissenen Zähnen – dann reicht das Baby vorsichtig eurem/r Partner/in, geht ins Nachbarzimmer und lasst ERST DORT eurer Wut freien Lauf. Schreit es in die Welt hinaus, wie scheiße alles ist, stampft auf den Boden und verprügelt das Kuschelkissen. Nehmt euch JETZT fünf Minuten Auszeit, kümmert euch erst um euch, und kehrt dann halbwegs entspannt zu eurem Baby zurück. Aber seit dann wieder da, seit anwesend. Das ist mit Abstand ein sich stänig wiederholender Härtetest für junge Eltern. Nicht selten kommt es übrigens vor, dass dich dein Kind nicht nur den halben Tag auf Trapp halten wird, sondern zudem dass …

schlaflose Eltern

4.) … dich dein Kind nachts häufig wecken wird und du mit ziemlicher Sicherheit an chronischem Schlafmangel leiden wirst.

Der deutsche Schauspieler Stephan Jürgens meinte dazu einmal scherzhaft: „Entweder du entscheidest dich dafür Kinder zu haben, oder du kannst ausschlafen“. Und was das im Umkehrschluss heißen kann, ist eindeutig: Unkonzentriertheit, Abgeschlagenheit, Lustlosigkeit, aber vorallem ein gesteigertes Maß an Gereiztheit. Man wird einfach viel dünnhäutiger. Schlafmangel ist wirklich nicht zu unterschätzen, denn er zählte bereits im zweiten Weltkrieg zu den „weißen Foltermethoden“. Also zu jenen, die kaum oder keine äußerlich sichtbaren Spuren hinterlassen. Also auch hier wieder der Rat: Passe dich den Rhytmen deines Babys an, schlafe wann immer du kannst, gib Verantwortung ab. Du bist deswegen keine schlechte Mutter oder ein schlechter Vater, weil du auf dich selbst achtest! Wenn man die bisherigen Fakten zusammen zählt, kann man sich denken, dass …

planen

5.) … jegliche langfristige Planung für den Arsch ist.

Sei es der Strandurlaub, die Geburtstagsfeier, der Besuch bei Verwandten und Freunden, oder schlicht weg der gemeinsame Filmeabend mit dem oder der Liebsten. Selbst, wenn man sich als Paar einig ist etwas zu unternehmen, muss man es abblasen, wenn das Kind nicht mitspielt. Zumindest einer von beiden muss dann bei dem Kind sein. Zumindest wenn man halbwegs verantwortungsbewusst ist, sein Kind stillt, und es nicht in den ersten Wochen samt Fläschchen für länger als eine Schlafperiode an die Großeltern oder die Babysitterin abschiebt. Klar bleibt auch Zeit für individuelle Bedürfnisse, aber eben bevorzugt spontan und keinesfalls nach Kalender. Das bringt nur Frust und Enttäuschung mit sich. Abhilfe schafft hier, dass man einfach so wenig wie möglich plant – wer hätte das gedacht. Und ansonsten nur flexible Termine mit großen Zeitfenstern. Dann verabredet man sich eben nicht um 15 Uhr, sondern zwischen 13 und 17 Uhr. Dann steigen auch die Chancen den Termin wahrnehmen zu können. Wenn einem dann gefühlt so wenig Zeit bleibt, ist es wahrscheinlich, dass …

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6.) … du mit Blähungen und anderen Verdauungsproblemen zu kämpfen haben wirst.

Das hat mehrere Gründe. Die mangelnde Zeit macht viele Eltern kochfaul. Wenn man sich jeden Tag neu entscheiden muss, ob man ENTWEDER essen kocht ODER einkaufen geht ODER die Wohnung aufräumt ODER sich nochmal schlafen legt ODER etwas anderes Wichtiges erledigt, dann bleibt das leibliche Wohl gern mal auf der Strecke. Bedeutet: Man ernährt sich vermutlich ungesünder, tendiert dazu sich auch mal etwas zu Essen zu bestellen, man isst schneller und schlingt. Schießlich weiß man nie, wann das Baby das nächste Mal schreit und irgendwas will. Glücklich sind die, die sich eine Haushaltshilfe leisten können; oder Freunde und Familie haben, die sie bekochen. Hinzu kommt fast immer der Stress, welcher einem auf den Magen schlägt. Viele klagen über Blähungen. Diese müssen nicht zwangsweise von einer ungesunden Ernährung her rühren. Der bekannte Arzt Rüdiger Dahlke schreibt dazu in seinem Buch „Krankheit als Weg“, dass Blähungen häufig als Resultat des Luftschluckens (Aerophagie) entstehen können. Zitat: „Man will etwas nicht schlucken, nicht einverleiben, täuscht aber Bereitwilligkeit vor, indem man „Luft schluckt“. Dieser vertuschte Widerstand äußert sich dann etwas später als Aufstoßen und rektaler Luftabgang.“ Was hilft? Auch hier wieder: Akzeptanz. Keine Luft schlucken, das hier und jetzt Zulassen. Stattdessen lernen seinem Unmut und seiner Wut anderweitig Luft zu machen. Es hilft auch sich zu disziplinieren, in dem langsamer und bewusster versucht zu essen. Leichtes Essen liegt auch nicht so schwer im Magen. Beim Essen machen könnte zudem kompliziert sein, dass …

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7.) … du ab sofort einen Arm weniger zur Verfügung haben wirst.

Was natürlich nur im übertragenen Sinne gemeint ist. Doch wer sein Kind nicht gerade eiskalt auf der Couch sitzen oder auf der Krabbeldecke liegen lassen wird, wenn es schreit, der kommt früher oder später in die Situation das Kind längere Zeit am Stück durch die Gegend zu tragen. Denn Kinder wollen dabei sein! Egal was los ist. Nur ist das manchmal ziemlich anstrengend, vorallem wenn man Dinge machen will, die zwei Hände erfordern: Abwaschen, Essen machen, Köperpflege betreiben, E-Mails schreiben, Schuhe anziehen, … da muss man erfinderisch werden. Vorallem, wenn man mal wieder allein zuhause ist, und das Baby anfängt zu schreien, sobald man es hinlegt. Gut bedient ist man hier mit einem Babytragetuch. So hat man beide Hände frei, und die kleinen sind immer dabei, in Bewegung und schön eng am Körper der Eltern – so wie sie es lieben. Das hilft vorallem in den ersten Monaten und verstärkt die Bindung zwischen Eltern und Kind enorm! Manche Hebammen leihen einem auch ein Tragetuch aus, einfach mal nachfragen. Dann muss man sich nicht gleich ein Neues kaufen. So spart man sich im übrigen auch das nötige Kleingeld für andere Dinge. Worauf du dich nämlich schon einstellen kannst ist, dass …

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8.) … deine gesamten finanziellen Ausgaben sich deutlich erhöhen werden.

Was haben eine Wärmelampe, die tägliche Benutzung der Waschmaschine, und ein brennendes Nachtlicht gemeinsam? Richtig, sie alle verbrauchen Strom. Und zwar teils recht viel, was sich schlussendlich auf deiner Stromrechnung wieder spiegeln wird. Für viele kommt noch die enorme Belastung durch Windeln hinzu. Von den ganzen Anschaffungskosten für Baby-Utensilien ganz zu schweigen. Da könnte man glatt glauben, Kinder kriegen wäre nichts für arme Leute. Doch das ist natürlich Quatsch. Doch auch hier kann mit ein paar Tricks geholfen werden. LED-Lampen sind zwar etwas teuer in der Anschaffung, rentieren sich aber enorm. In Räumen, welche nicht stark beleuchtet werden müssen, reicht eine Kühlschrankglühbirne völlig aus. Wir benutzen diese beispielsweise als Nachttischlampen. Es hilft auch heimliche Stromquellen auszuschalten. Wenn man die Wohnung verläßt, einfach mal den Stecker vom Internet (Router) ziehen. Oder den Sicherungsschalter vom Herd umlegen, den brauch man sowieso nicht, wenn man unterwegs ist. Ein weiterer großer Sparfaktor sind Stoffwindeln. Klar, man wäscht häufiger. Aber dafür belastet man die Umwelt nicht mit unnützem Windelmüll, spart sich hunderte Euro an Kosten und zudem die Schlepperei. Noch besser ist natürlich windelfrei, dann braucht das Kind nach knapp einem Jahr gar keine Windeln mehr. Babynahrung kann man auch selbst machen. Kinderklamotten kriegt man häufig Unmengen umsonst von befreundeten oder bekannten Eltern. Und so weiter. Man kann an vielen Ecken und Enden sparen. Viel nerviger als der finanzielle Druck kann nämlich sein …

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9.) … dir „dein Körper nicht mehr gehört“.

Zumindest im übertragenen Sinne, und wenn du die Mutter des Kindes bist. Viele werdende Mamas erleben dieses Dilemma schon im Laufe der Schwangerschaft. Der Körper nimmt abstruse Formen an, du bekommst an den seltsamsten Stellen Wassereinlagerungen im Gewebe, Geschmacks- und Geruchssinn können verrückt spielen, von Übelkeit und Gefühlsschwankungen will ich hier gar nicht schreiben. Irgendwann kann man weder auf dem Rücken, noch auf dem Bauch liegen und fühlt sich in seiner eigenen Haut unwohl. Und dann glaubt man das ganze nach mehr oder weniger vierzig Wochen überstanden zu haben, und plötzlich hängt einem da so ein Winzling an den Brustwarzen und saugt einem die Körperflüssigkeiten aus. Die Gebärmutter bildet sich zurück, Geburtswunden verheilen, eventuelle Wochenbettdepressionen. Nicht selten schmerzen die Brüste vom ungewohnten Milcheinschuss oder dem Stillen. Schlafen kann man eh erstmal vergessen, zumindest zu geregelten Zeiten. Hinzu kommen die oben genannten Punkte über die Erfüllung der eigenen Bedürfnisse. Und kaum hat sich in das ganze Chaos nach einigen Wochen gelegt, dann erwartet der Gesetzgeber auch noch, dass du in der Lage bist nebenbei den Haushalt zu schmeißen, da dein Lebensgefährte ja im Regelfall unterwegs ist, um die Familie zu ernähren. Scheiße, oder? Appropos Lebensgefährte: Über all dies darf man natürlich nicht aus den Augen verlieren, dass …

 

The family's quarrel

10.) … die Beziehung zu deinem Partner übermäßig stark strapaziert wird.

Was nicht zuletzt auf konträren Bedürfnissen fußt. Und oft auf unzureichender Kommunikation. Ob nun beide zuhause sind, oder einer arbeiten geht: Neben dem Nachwuchs und sich selbst gilt es noch sich um die gemeinsame Beziehung zu kümmern. Das ist gerade jetzt leichter gesagt als getan. Bei vielen Paaren liegt dann auch erstmal das Intimleben auf Eis. Fehlender Sex sorgt für neuen Zündstoff und noch mehr Konflikte. Ein Teufelskreis. Der nicht all zu selten auch in Trennung oder Scheidung mündet. Seien wir mal ehrlich: Das Märchen von gemeinsamen Kind, welches der zerrütteten Beziehung neues Leben einhauchen soll, ist und bleibt guter Stoff für Rosmunde-Pilcher-Romane. In den meisten Fällen sind Kinder der absolute Härte-Test für die Beziehung. Und bei wem es voher schon nicht gut funktioniert hat, da wird es mit Kind auch nicht besser. Alle fühlen sich unverstanden und wollen doch eigentlich nur, dass es allen gut geht. Und nicht zuletzt leiden die Kinder am meisten drunter, wenn Papa und Mama sich ständig streiten. Daher schafft euch gemeinsame Zeitfenster für einander! Und sei es nur eine Stunde alle zwei, drei Tage. Legt euch ins Bett und schmust, schlaf nebeneinander ein, sprecht über eure Ängste und Befürchtungen, geht gemeinsam spazieren, habt wenn möglich Sex, esst gemeinsam zu Abend, geht zusammen baden, schaut einen Film oder zumindest eine Serie in der freien Zeit, entspannt euch, egal was, aber tut es gemeinsam. Es geht leider all zu schnell, dass man sich in solch stressigen Zeiten aueinander lebt.

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Das war viel Negatives. Aber mir geht es ja nicht darum das Kinderhaben schlecht zu reden. Ich persönlich bin der Überzeugung, dass mein Leben durch die Geburt meiner Kinder enorm an Qualität dazu gewonnen hat. Jetzt nach einigen Monaten mit meinen Kleinen würde ich sie nicht mehr hergeben wollen und betrachte sie als große Bereicherung meines Lebens. Ich betrachte die gemeinsame Zeit mit ihnen als Zeit des Wachstums, vorallem daus spiritueller Sicht, da ich mich Themen stellen musste und stelle, welche ich sonst immer von mir weg geschoben habe: Geduld haben, Verantwortung übernehmen, Prioritäten setzen, für andere Stark sein. Deshalb wünsche ich jeder und jedem, die und der sich von den oben genannten Punkten nicht abschrecken lassen einen warmen Start ins neue Familien-Dasein. Denn jenseits aller Anstrengungen und verlorenen Nerven liegen überdies viele Stunden der Freude und Glückseeligkeit, welche in dieser Qualität ihres Gleichen suchen.

 

Bildquellen (der Reihenfolge nach):

Titelbild überforderte Mutter: www1.wdr.de, Karrikatur Hausarrest: de.fotolia.com, Frau mit Baby: praxisvita.de, Paar mit Fahrrad: ilovecycling.de, Schreibaby: 9monate.de, schlaflose Eltern: schlaflose-eltern.de, Planer auf dem Feld: evidero.de, Frau mit Nase zu: was-hilft-gegen-blaehungen.com, Kochende Mutter: paradisi.de, Sparschwein: blog.easyfolio.de, Stillbaby: mummy-mag.de, Streit: vaterfreuden.de, Herzfüße: kidsgo.de

Adventskalender Lichterstadt

Im vergangenen Herbst entschieden meine Partnerin und ich uns dazu uns gegenseitig einen Adventskalender zu basteln. Nun bin ich als Perfektionist nicht der Typ Mensch, der als erstes zum 1,- EUR Schokoladenkalender vom Discounter greift. Daher suchte ich nicht nur nach einer Möglichkeit das Schöne mit dem Nützlichen zu verbinden, sondern wollte bei meiner Bastelarbeit auch den ökologischen Aspekt berücksichtigen. Konket bedeutet dies, dass der Kalender folgende Kritieren erfüllen sollte:

  • individuell
  • bezahlbar
  • aus up- oder recycleten Materialien (kein Plastik)
  • wiederverwendbar (auch nach Weihnachten)

Bei der Suche nach originellen Inspirationen stieß ich dabei im Internet auf die Adventskalender Lichterstadt aus Gläsern der Seite wunderbare-enkel.de. Die Idee ist so simpel wie genial: Zunächst werden alte Aufstrichgläser als Häuschen dekoriert und mit kleinen Geschenken befüllt. Sobald dann das jeweilige Päckchen geöffnet wurde, kann das Haus mittels eines brennenden Teelichtes zum Leben erweckt werden und noch über die Weihnachtszeit hinaus das heimische Ambiente verschönern.

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Als ich mich dann Mitte November an das Basteln machte, erkannte ich beim genaueren Betrachten der Bilder auf oben genannter Seite, dass die Häuschen der Kinder sehr simpel gearbeitet waren, und nicht so ganz meinen Vorstellungen entsprachen. Ich machte mich also auf die Suche nach Vorlagen: zum einen im Internet, jedoch auch in der kleinen Stadt, in welcher wir zur Zeit leben – da es dort von Fachwerkhäusern nur so wimmelt. Den Großteil der benötigten Materialen hatte ich endweder noch zuhause (z.B. Gläser, Klebstoff, Backpapier, Schere, Stifte, …) oder sammelte es mir für lau im angrenzenden Waldstück (Moos, Baumrinde, Borke, Efeu, Tannenzapfen). Das wenige, was noch fehlte, bekam ich für fast nichts im Bastel- oder Gemischtwarenladen (Tonpapier, Wellpappe, Teelichter, Streichhölzer).

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Die Gaststube
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Die Bäckerei

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Den Häusern selbst gab ich ein sehr detailliertes Äußeres, entsprechend ihrer Verwendung und des Inhalts, welchen ich versuchte den jeweiligen Geschäften anzupassen. So wurde ein ehemaliges Schoko-Aufstrichglas zur mehrgeschossigen Bäckerei mit eigenem Verkaufsgeschäft. Als Inhalt gab es an diesem Tag Butterspekulatius. Als Gaststube wiederum wählte ich ein Aufsrichglas mit sehr breiter Öffnung, sodass als Geschenk eine Flasche Malzbier darin Platz hatte. Die Schneiderei hingegen wurde ein verhältnismäßig kleines Glas, in welches ich etwas Garn und  Sicherheitsnadeln verstaute. Gekennzeichnet waren diese Gebäude zudem nicht mit den obligatorischen Nummern 1 bis 24, sondern stattdessen mit Mittelalterlichen Wappen, welche die Bestimmung der Häuser eindeutig machte. Und wenn ich mal kein passendes Wappen gefunden hatte (z.B. beim Beruf des Lebzelters), dann dachte ich mir eben eines aus. Findige Leser und Leserinnen werden sich jetzt sicherlich fragen, in welcher Reihenfolge dann die „Türchen“ zu öffnen gewesen waren. Ganz einfach: Mit einem kleinen Begrüßungstext am ersten Dezember verwies ich auf das von mir erwählte erste Haus (die Hutmacherstube), in welchem sich dann eine kurze Geschichte befand. Am Ende dieser war zu lesen, welches Haus am nächsten Tage zu besuchen sei.

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Das Mooshaus

Die Reise führte übrigens nicht nur in durch die Häuschen der fiktiven Stadt „Advenzia“, sondern auch in den angrenzenden Wald, zu welchem unser Fensterbrett mit den vielen Topfpflanzen umfunktioniert wurde. Dort standen dann natürlich keine Fachwerkhäuser, sondern eigens kreiierte Blockhütten, Pilzhäuser, Tipis und Mooshäuser. Zugegeben, der Aufwand sich solche Häuschen auszudenken, zu basteln, und dann auch noch eine Geschichte dazu zu schreiben ist verhältnismäßig hoch. Aber angenommen man fertigt jeden Tag ein Häuschen, welches man dann auch noch das ganze Jahr als hübsches Windlicht stehen lassen oder später noch verschenken kann, fasst sich mit den Texten kurz, … Dann hat man innerhalb wenige Wochen eine ziemlich hochwertige Geschichte kreiiert.

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Der Wachturm

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Am besten gelungen finde ich übrigens das Hexenhäuschen. Hierfür nahm ich ein verhältnismäßig hohes Glas und umklebte es zuerst mit einer Schicht Backpapier (welches ein angenehm warmes Licht in der Fenster erzeugt). Darauf klebte ich die Fassade des Hauses: Ein großes Stück Birkenrinde, welche ich als ganzes um das Glas legte und anklebte. Hier scheint später kein Licht durch, da die Rinde zu dick ist. Zum Teil schnitt ich mit einer Nagelschere auch noch Fensterlöcher ein. Da die Rinde unregelmäßig abgerissen war, klebte ich an die freien Stellen, welche nicht von „Fassade“ bedeckt waren eigens zugeschnittene Holzreste (Verpackung von Pilzen bzw. Erdbeeren!) und malte sie etwas mit selbst angerührter Pigmentfarbe an, um so einen Hauseingang zu symbolisieren. An manche Stellen klebte ich auch etwas Moos. Das Dach besteht schlichtweg aus zwei verschiedenen Stücken Borke anderer Bäume, welche ich zuvor auf der Heizug getrocknet hatte. Wenn sie lang genug sind, werden sie einfach an das Glas angelehnt und müssen nicht exra befestigtwerden. So entsteht der Effekt eines dreieckigen Häuschchens mit Spitzdach. Meines hat oben links sogar ein kleines Dachfenster bekommen. Wichtig ist nur, dass die Dächer oben offen sind, sodass einem das Windlicht nicht in Flammen aufgeht!

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Das Hexenhaus
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… mit Dachfenster

 

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